Berlin

84 Mal Erinnerung

Eine von 116: Hier wohnte Berta Heymann. Foto: Mike Minehan

So viele Stolpersteine hat Gunter Demnig noch nie an einem Tag verlegt. 84 dieser kleinen Messingplatten ließ er am vergangenen Sonntag in den Gehweg der Giesebrechtstraße in Charlottenburg ein. Der Künstler begann bereits um zehn Uhr morgens, damit am Nachmittag die Stolpersteine der Öffentlichkeit übergeben werden konnten. Demnig hatte vor ein paar Jahren bereits 32 Steine in der Giesebrechstraße verlegt.

»Es ist nicht zu fassen, dass innerhalb von 16 Monaten – zwischen September 1941 und März 1943 – 116 Menschen aus ihren Wohnungen deportiert und ermordet worden sind und keiner etwas bemerkt haben wollte«, sagte Rechtsanwalt Peter Raue, Initiator des Gedenkprojektes. Lala Süsskind, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, verwies darauf, dass in Charlottenburg vor der Nazizeit mehr als 55.000 Juden gelebt haben.

Schicksal Man verbeuge sich vor den Opfern, indem man auf die Stolpersteine herunterschaue und die Namen lese, sagte der israelische Gesandte Emmanuel Nahshon. Jeder Name stehe für ein ganzes Leben und Schicksal. Für ihn seien die Stolpersteine eines der wichtigsten Denkmäler zur Schoa-Erinnerung.

Gunter Demnig meinte, dass er sich über jeden Stein freue, der zur Erinnerung einlade. Es sei ein Geschenk der Bürger an die Kommune. Mittlerweile habe er in zehn Ländern mehr als 28.000 dieser Objekte verlegt, allein über 3.000 in Berlin.

An der kleinen Feierstunde am Sonntagnachmittag, dem 66. Jahrestag des Kriegsendes, nahmen auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister Klaus-Dieter Gröhler und Publizistin Lea Rosh teil.

Sachsen-Anhalt

Festjahr 2021 soll jüdisches Leben in den Mittelpunkt rücken

Regierung in Magdeburg unterschreibt Vereinbarung mit dem Verein »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«

 12.08.2020

Bildung

»Dagesh« geht auf Tour

Mit einem neuen Programm sollen bei Schülern Vorurteile über Juden abgebaut werden

 11.08.2020

Charlottenburg

Frisch am Start

Ein neuer koscherer Supermarkt bietet Waren im Boutique-Stil an

von Ralf Balke  10.08.2020

Franken

Eine Synagoge in sechs Monaten

Der Rentner Siegfried Schwinn baut das jüdische Gotteshaus von Bad Königshofen nach

von Josef Kleinhenz  10.08.2020

Porträt der Woche

Vielschichtig jüdisch

Leon Spanier ist Filmemacher und interpretiert Tradition modern

von Eugen El  09.08.2020

Chemnitz

Zentralrat trauert um Siegmund Rotstein

Ehemaliger Gemeinde- und Landesvorsitzender starb im Alter von 94 Jahren

 07.08.2020

Berlin

Mutiger Entschluss

Samuel Salzborn ist neuer Antisemitismusbeauftragter

von Maria Ugoljew  06.08.2020

München

Makkabi, Erinnerungsort, Einstein

Meldungen aus der IKG

 06.08.2020

IKG LIVE!

Rund 10.000 Klicks

Die Internetplattform der Israelitischen Kultusgemeinde ist ein großer Erfolg

von Helmut Reister  06.08.2020