EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

Religion

Was die anderen feiern

Abendliches Lichterzünden derr Schabbat- und Weihnachtsbaumkerzen Foto: Montage, Getty Images

An diesem Freitagabend werden in zahlreichen Haushalten Kerzen entzündet: bei Juden auf dem Schabbatleuchter, bei Christen am Weihnachtsbaum. Bei einigen Nachbarn, die vielleicht kaum etwas voneinander wissen, wird das in diesem Jahr fast zeitgleich passieren. Nicht jeder christliche Feiertag beginnt am Abend, wie es in der jüdischen Tradition üblich ist – aber der sogenannte Heilige Abend ist für Protestanten und Katholiken hierzulande ein lang gepflegter Brauch.

Geburt Am Schabbat und zum Weihnachtsfest wird auch gelesen: Im jüdischen Kalender ist das Zweite Buch Moses an der Reihe. Es beginnt mit dem Wochenabschnitt »Schemot«. Und in dem geht es unter anderem um die Geburt eines Kindes. Ein kleiner Junge, der später ein ganzes Volk anführen wird und wie kaum ein anderer die Weltgeschichte prägte: Moses, oder Mosche Rabbenu, wie er in der Tora später genannt wird.

Für Christen steht zur gleichen Zeit die Geburt eines anderen Kindes im Mittelpunkt: Jesus. Auch ein Jude, im Talmud wird er erwähnt. In der christlichen Tradition ist er der Messias, aus dem Hause Davids, geboren in Beit Lechem, dem heutigen Betlehem. 2,28 Milliarden Christen weltweit glauben an ihn. Übrigens spielen in der Tora und dem Neuen Testament jeweils auch Herrscher eine Rolle, die zur Zeit der Geburt der beiden Kinder eigentlich alle Neugeborenen umbringen wollten: der Pharao und König Herodes.

Theologen Apropos Messias: Beide Religionen glauben an einen Gesalbten (hebr.: Meschiach), der die Erlösung gebracht hat, oder – wie nach dem jüdischen Glauben – erst noch bringen wird. Rabbiner Shlomo Riskin, zitiert dazu in seinem Buch »Tora Lights« den Religionshistoriker David Flusser sel. A. sinngemäß mit diesen Worten: Würde des Messias morgen früh erscheinen, wäre kaum jemand bereit, seinen Lebensstil, Glauben oder Meinung zu verändern. Doch jüdische und christliche Theologen würden sich beeilen, ihm endlich eine Frage stellen zu können: Kommen Sie jetzt das erste oder das zweite Mal?

Schawuot 2

Mit offener Hand

Das Gebot des Zehnten ist weit mehr als eine soziale Maßnahme. Es ist eine geistige Übung

von Rabbiner Joel Berger  21.05.2026

Jerusalem

Auf den Spuren der Pilger

Seit Januar kann man auf jener Straße gehen, auf der zu Schawuot einst Juden ihre Früchte zum Tempel brachten. Die Ausgrabungen bekräftigen religiöse Überzeugungen – und entfachen politische Konflikte

von Detlef David Kauschke  21.05.2026

Schawuot

Sei wie ein kleiner Berg

Der Ewige wählte nicht den höchsten Gipfel der Wüste Sinai für die Offenbarung der Tora. Dahinter steckt eine Botschaft

von Rabbiner Avraham Radbil  21.05.2026

Religionen

Rabbiner: Juden, Christen und Muslime können einander stärken

Der Nahostkrieg hat auch Auswirkungen auf Gesellschaften in Europa und den USA. Ein niederländischer Rabbiner schreibt, was Juden, Christen und Muslime dennoch einander bedeuten können - und welche Werte sie teilen

von Leticia Witte  21.05.2026

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Konflikt

»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«

von Mascha Malburg  19.05.2026

Klang

Ewiges Nachhallen

Warum die Israeliten in die Stille der Wüste ziehen mussten, um das Wichtigste zu hören

von Rabbiner Jaron Engelmayer  17.05.2026

Pro & Contra

Ist die traditionelle jüdische Familie passé?

Ja, sagt Rabbiner Alexander Grodensky: »Die traditionelle Familie ist heute eine Illusion.« Nein, meint Daniela Fabian: »Eine Familie zu gründen, hat Zukunft, weil sie Leben in die Welt bringt«

von Rabbiner Alexander Grodensky, Daniela Fabian  17.05.2026