Vielfalt

»Und baut die Hütten«

»Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen«, schreibt die Tora (3. Buch Moses 23, 42-43). Die Sukka ist ein vorübergehender Wohnsitz, dessen Dach aus Blättern und Zweigen besteht, durch das man die Sterne am Himmel sehen kann.

Für sieben Tage haben wir die Aufgabe, unser Zuhause zu verlassen und in die Natur zu ziehen – mit allen ihren Launen. Es geht darum, sich zu erinnern, wie die Israeliten bei ihrer Wanderung durch die Wüste Zuflucht suchten.

Die Sukka ist ein Symbol dafür, dass sich der Mensch auf Gottes Schutz verlassen muss. Sie erinnert an die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz.

Gleichheit Dass man jedes Jahr für eine Woche in die Sukka zurückkehrt, wird damit begründet, dass wir keinen ständigen Wohnsitz haben, und dass wir vor Gott alle gleich sind. Sukkot steht für Gleichheit und soziale Gerechtigkeit.

Auch bei den Protesten gegen soziale Ungerechtigkeit in Israel im August war das Zelt ein Symbol des sozialen Kampfes. In der Sukka zu wohnen, heißt, auf die gewohnte Sicherheit zu verzichten. In dieser Zeit sind wir vorübergehend alle an einem gemeinsamen Ort untergebracht – unabhängig vom Status des Einzelnen.

Sitzt man in der Sukka, erlebt man spirituelle Werte – dieser Reichtum ist beständig. An Sukkot hat man auch die Möglichkeit, über wirkliche Freude nachzuden- ken. Dazu gehört, in einer friedlichen und glücklichen Atmosphäre ein festliches Mahl mit Menschen zu teilen, die einem nahestehen.

Video

Pessach verstehen: Bedeutung, Bräuche und Traditionen

Rabbiner Dovid Gernetz erläutert die religiöse und historische Bedeutung von Pessach

von Jan Feldmann  01.04.2026

Chol HaMoed

Warum der Esel?

Das Grautier steht in der biblischen Geschichte für die Kraft, die den Menschen an seine niederen körperlichen Bedürfnisse bindet

von Vyacheslav Dobrovych  01.04.2026

Schemini

Fremdes Feuer

Wer mehr tut als geboten, läuft Gefahr, dass Frömmigkeit zur Selbstdarstellung wird

von Rabbiner Bryan Weisz  01.04.2026

Meinung

Hauptsache, Israel steht am Pranger!

Palmsonntag in Jerusalem und auf Social Media: Ein Rückblick

von Wolf J. Reuter  01.04.2026

Mascha Malburg

Jerusalem ist allen heilig

Regelmäßig knirscht es vor Ostern zwischen Christen und den israelischen Behörden. Unsere Redakteurin wünscht sich nach dem neuesten Vorfall an der Grabeskirche mehr gegenseitiges Verständnis

von Mascha Malburg  31.03.2026

Psychologie

Mizrajim ist wie die Enge in der Brust

Aus chassidischer Sicht geht es an Pessach nicht darum, der Bitterkeit schnellstmöglich zu entfliehen. Wir müssen sie durchleben

von Rabbiner David Kraus  31.03.2026

Exodus

Türen öffnen, Freiheiten erobern

Der Auszug aus Ägypten ist ein Appell, den Mut zu haben, uns der Welt zuzuwenden – auch wenn sie noch so bedrohlich erscheint

von Shoshana Ruerup  31.03.2026

Essay

Das fünfte Glas

Beim Seder füllen wir voller Hoffnung einen Becher Wein für Elijahu – doch er bleibt unberührt. Es ist eine Geduldsprobe, ein ritualisiertes Sehnen. Wir wissen: Seine Zeit wird kommen

von Rabbiner Noam Hertig  31.03.2026

Talmudisches

Der jüdische Sindbad

Wenn Wale zu Inseln werden: Was unsere Weisen über die Abenteuer des Rabba bar bar Hana erzählen

von Detlef David Kauschke  29.03.2026