Religion

»Teils dogmatischer und tief verwurzelter Judenhass«

Christian Staffa, Antisemitismusbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland Foto: Marco Limberg

Der Antisemitismusbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Staffa, sieht noch immer Judenfeindlichkeit in Teilen der Kirche.

Im Interview der mitteldeutschen Kirchenzeitung »Glaube+Heimat« (Ausgabe vom 6. Dezember) sprach er von einem »teils dogmatischen und tief verwurzelten Judenhass«, der in Luthers Antisemitismus begründet sei. Dieser Einstellung könne man nur durch Aufklärung begegnen: »Die Kunst ist es, dass wir uns vergegenwärtigen, dass die ersten Christen Juden waren.«

ausbildung Zudem forderte Staffa, der auch Studienleiter an der Evangelischen Akademie Berlin ist, eine »reformierte und dialogbasierte« Theologenausbildung. Nur so könne man auch Verschwörungsmythen, wie sie derzeit wieder stark im Umlauf seien, gezielt entgegentreten.

Er plädierte dafür, Weiterbildungsangebote zu schaffen, welche »die Offenheit gegenüber unseren jüdischen Wurzeln und parallelen Entwicklungen mit dem rabbinischen Judentum damals und heute in den Blick nehmen, wie auch die Ursachen für christliche Judenfeindschaft«.

Staffa ist Mitinitiator einer Plakatkampagne, mit der ab Januar die evangelische und die katholische Kirche für den christlich-jüdischen Dialog werben. kna

Tasria-Mezora

Die Macht des Wortes

Was wir sagen, kann verletzen oder heilen. Die Tora fordert, Schaden zu vermeiden und Gutes zu stiften

von Avi Frenkel  17.04.2026

Talmudisches

Dämonen

Was sind sie, und wie schütze ich mich vor ihnen? Unsere Weisen gaben Antworten

von Rabbinerin Yael Deusel  17.04.2026

Amida

Stehen vor Gott

Das Hauptgebet im Judentum ist Gespräch, Selbstprüfung und kollektive Stimme Israels. Sein Ursprung jedoch ist bis heute ungeklärt

von Sophie Goldblum  16.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Video

Pessach verstehen: Bedeutung, Bräuche und Traditionen

Rabbiner Dovid Gernetz erläutert die religiöse und historische Bedeutung von Pessach

von Jan Feldmann  01.04.2026

Chol HaMoed

Warum der Esel?

Das Grautier steht in der biblischen Geschichte für die Kraft, die den Menschen an seine niederen körperlichen Bedürfnisse bindet

von Vyacheslav Dobrovych  01.04.2026

Schemini

Fremdes Feuer

Wer mehr tut als geboten, läuft Gefahr, dass Frömmigkeit zur Selbstdarstellung wird

von Rabbiner Bryan Weisz  01.04.2026

Meinung

Hauptsache, Israel steht am Pranger!

Palmsonntag in Jerusalem und auf Social Media: Ein Rückblick

von Wolf J. Reuter  01.04.2026

Mascha Malburg

Jerusalem ist allen heilig

Regelmäßig knirscht es vor Ostern zwischen Christen und den israelischen Behörden. Unsere Redakteurin wünscht sich nach dem neuesten Vorfall an der Grabeskirche mehr gegenseitiges Verständnis

von Mascha Malburg  31.03.2026