Tora

»Nicht vom Brot allein«

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein», heißt es im 5. Buch Moses (8,3). Dieser biblische Satz wird häufig zitiert – und vielfach missverstanden. Denn die Tora will damit nicht darauf hinweisen, dass man sich auch von Keksen und Kuchen ernähren könnte, oder nur durch Materielles ein erfülltes Leben haben wird. Nein. Vielmehr ist dies ein Hinweis auf das Man, das Brot der Wüste, mit dem der Ewige das jüdische Volk nach dem Auszug aus Ägypten ernährt hat. So wie er «alle Lebenden nach ihrem Verlangen» sättigt. Nicht der Mensch allein – mit seiner körperlichen Kraft und Intelligenz – kann für die Speisen, den beruflichen Erfolg und das gute Einkommen sorgen. «Sondern durch die Worte aus dem Mund G’ttes», und damit geht der oben genannte Satz in der Tora weiter, «lebt der Mensch». Also nicht vom Brot allein, sondern durch Sein Wort und Seinen Willen leben wir. Ob und wie wir leben werden, diese Entscheidung fällt – immer wieder neu – an Rosch Haschana, am Beginn des Neuen Jahres. ja

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Acharej Mot – Kedoschim

Feuer aus Menschenhand

Heiligung entsteht nicht im Rückzug ins Himmlische, sondern im gestaltenden Eingreifen in die Welt

von Rabbiner Salomon Almekias-Siegl  23.04.2026

Tasria-Mezora

Die Macht des Wortes

Was wir sagen, kann verletzen oder heilen. Die Tora fordert, Schaden zu vermeiden und Gutes zu stiften

von Avi Frenkel  17.04.2026

Talmudisches

Dämonen

Was sind sie, und wie schütze ich mich vor ihnen? Unsere Weisen gaben Antworten

von Rabbinerin Yael Deusel  17.04.2026

Amida

Stehen vor Gott

Das Hauptgebet im Judentum ist Gespräch, Selbstprüfung und kollektive Stimme Israels. Sein Ursprung jedoch ist bis heute ungeklärt

von Sophie Goldblum  16.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Video

Pessach verstehen: Bedeutung, Bräuche und Traditionen

Rabbiner Dovid Gernetz erläutert die religiöse und historische Bedeutung von Pessach

von Jan Feldmann  01.04.2026

Chol HaMoed

Warum der Esel?

Das Grautier steht in der biblischen Geschichte für die Kraft, die den Menschen an seine niederen körperlichen Bedürfnisse bindet

von Vyacheslav Dobrovych  01.04.2026

Schemini

Fremdes Feuer

Wer mehr tut als geboten, läuft Gefahr, dass Frömmigkeit zur Selbstdarstellung wird

von Rabbiner Bryan Weisz  01.04.2026