Berlin

Licht im Herzen der Hauptstadt

An Europas größtem Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor in Berlin brennt das erste Licht. Es wurde am Sonntagnachmittag von der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und einem jüdischen Jungen aus Berlin gemeinsam entzündet.

Bei der inzwischen bereits 15. Zeremonie an diesem Ort anwesend waren neben rund weiteren 2000 Gästen auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) sowie Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke).

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mit dem Entzünden des ersten Lichtes an der zehn Meter hohen Chanukkia begann heute das Fest. Bis zum 30. Dezember wird jeden Tag mit Einbruch der Dunkelheit eine weitere Kerze entzündet. Neben dem Leuchter am Brandenburger Tor, der Europas größter sein soll, stehen weitere 21 im ganzen Stadtgebiet.

Neben Vertretern aus der Politik waren auch Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch und der frühere evangelische Bischof Markus Dröge bei der Zeremonie dabei. Der Berliner Chabad-Vorsitzende und Berliner Gemeinderabbiner Yehuda Teichtal erinnerte in seiner Rede an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, die sich am 27. Januar 2020 zum 75. Mal jährt.

https://twitter.com/rbbabendschau/status/1208827574115323904

Heute sei zu beobachten, »wie der Antisemitismus wieder sein hässliches Haupt erhebt«, sagte Teichtal. »Wir werden dem nicht nachgeben«, versicherte der Rabbiner. Juden, Christen und Muslime stünden zusammen, es gebe keinen Platz für Hass in der Gesellschaft. »Antisemitismus ist ein Gift, egal woher es kommt«, warnte Teichtal unter Hinweis auf links- und rechtsextremistische oder islamistische Judenfeindlichkeit.

Auch Zentralratspräsident Schuster beklagte, dass in vielen Ländern Europas die Religionsfreiheit wieder in Frage gestellt werde. Er versicherte: »Ich fühle mich in Deutschland trotz aller Anfeindungen von Feinden der Demokratie zu Hause.« Nach dem Anschlag vom 9. Oktober in Halle habe es viele Zeichen der Solidarität gegeben. »Das hat uns Mut gemacht«, sagte Schuster.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bundesjustizministerin Lambrecht sagte, der Chanukka-Leuchter im Herzen der deutschen Hauptstadt sei ein Zeichen, »dass jüdisches Leben und jüdische Kultur einen festen Platz in unserem Land haben und ein Teil von uns sind«.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller erinnerte vor dem geschichtsträchtigen Ort auch an die Öffnung des Brandenburger Tores vor genau 30 Jahren. Er unterstrich: »Jüdisches Leben gehört wieder selbstverständlich zu uns.

Zuvor hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der jüdischen Gemeinschaft ein friedvolles Chanukka-Fest gewünscht. Die zum Fest vielerorts angezündeten Lichter zeugten davon, dass «wir heute in Deutschland wieder ein blühendes jüdisches Leben haben und das Lichterfest vielerorts gemeinsam feiern», twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag.  epd/kna/ja

Essay

Erinnerungen an Schawuot in Be’eri

Unsere Autorin ist in dem Kibbuz aufgewachsen, der durch das Massaker traurige Bekanntheit erlangte. Eines der prägendsten Feste ihrer Kindheit war das Wochenfest – wird jene Freude je wieder zurückkehren?

von Eshkar Eldan Cohen  21.05.2026

Schawuot 2

Mit offener Hand

Das Gebot des Zehnten ist weit mehr als eine soziale Maßnahme. Es ist eine geistige Übung

von Rabbiner Joel Berger  21.05.2026

Jerusalem

Auf den Spuren der Pilger

Seit Januar kann man auf jener Straße gehen, auf der zu Schawuot einst Juden ihre Früchte zum Tempel brachten. Die Ausgrabungen bekräftigen religiöse Überzeugungen – und entfachen politische Konflikte

von Detlef David Kauschke  21.05.2026

Schawuot

Sei wie ein kleiner Berg

Der Ewige wählte nicht den höchsten Gipfel der Wüste Sinai für die Offenbarung der Tora. Dahinter steckt eine Botschaft

von Rabbiner Avraham Radbil  21.05.2026

Religionen

Rabbiner: Juden, Christen und Muslime können einander stärken

Der Nahostkrieg hat auch Auswirkungen auf Gesellschaften in Europa und den USA. Ein niederländischer Rabbiner schreibt, was Juden, Christen und Muslime dennoch einander bedeuten können - und welche Werte sie teilen

von Leticia Witte  21.05.2026

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Konflikt

»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«

von Mascha Malburg  19.05.2026

Klang

Ewiges Nachhallen

Warum die Israeliten in die Stille der Wüste ziehen mussten, um das Wichtigste zu hören

von Rabbiner Jaron Engelmayer  17.05.2026