Pessach

»Ich genieße meine Freiheit«

Rabbiner Walter Rothschild Foto: Mike Minehan

Wie feiern Sie in diesem Jahr Pessach?
Ich werde den Sederabend mit meiner Gemeinde »Or Chadasch« in Wien feiern.

Wie sieht Ihr persönlich perfektes Pessachfest aus?
Weniger herumreisen, mehr Zeit mit der Familie verbringen und mehr Mazze mit Knoblauch essen.

Was verbinden Sie mit dem Fest?
Ich habe die Freiheit, quer durch Europa zu reisen, und das genieße ich – besonders, weil das nicht immer so war. Mein Großvater und mein Vater waren beide Flüchtlinge – jetzt habe ich einen Reisepass und bin als freier Bürger berechtigt, (fast) überall hinzufahren, wann und wie ich will. Das war nie selbstverständlich, und man soll das respektieren und schätzen.

Welche Kindheitserinnerungen haben Sie an Pessach?
Als kleines Kind war ich von einer Haggada fasziniert, man zog an einem Schnipsel an der Seite des Blattes, und die Bilder bewegten sich: die Wellen des Meeres usw. Oh wow! Oh – und ich erinnere mich an die gehackte Leber, die nur meine Mutter machen kann.

Die Fragen stellte Katrin Richter.

Walter Rothschild (58) ist Landesrabbiner für Schleswig-Holstein, Vorstandsmitglied der Union progressiver Juden in Deutschland und Autor. Er studierte an der University of Cambridge, am Leo Baeck College in London und wurde 1984 ordiniert. Der Vater von drei Kindern promovierte 2007 am King’s College der Universität London mit einer Doktorarbeit über »Palestine Railways«.

Meinung

Brennende Moscheen: Moralische Klarheit bei Siedlergewalt

Die Stimme gegen Gewalt, die im Namen des jüdischen Volkes ausgeübt wird, muss ebenso klar und deutlich vernehmbar sein wie gegen die Gewalt, die sich gegen uns richtet

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  14.08.2026

Schoftim

Was wir sehen – und was nicht

Die moderne Wahrnehmungsforschung und die Tora verweisen auf dieselbe Einsicht: Unser Blick prägt unser Urteil

von Rabbiner David Kraus  14.08.2026

Talmudisches

Von Marktplätzen und Badehäusern

Was unsere Weisen über die Vervollkommnung der materiellen Welt lehren

von Vyacheslav Dobrovych  14.08.2026

Klima

Wenn der Himmel den Hahn zudreht

Wassermangel ist ein zentrales Motiv in der jüdischen Tradition – von der Schöpfung bis zum Gebet für Regen

von Rabbiner Elischa Portnoy  13.08.2026

Religion

Sonnenfinsternis zum Beginn des Elul

Das Himmelsereignis fällt mit einem besonderen jüdischen Datum zusammen

 12.08.2026

Vorfall

»Hitler« und »Freies Palästina«: Jüdisches Gebetbuch antisemitisch beschmiert

Ein Mitarbeiter des deutsch-jüdischen Vereins »WerteInitiative« bestellte einen Machsor für die anstehenden Feiertage – doch als er ihn zu Hause öffnete, fand er darin eindeutige Schmierereien

von Mascha Malburg  12.08.2026

»Dina de Malchuta Dina«

Gottes Gebot oder Staates Gesetz?

Ein talmudisches Prinzip besagt, dass sich fromme Juden auch an das Gesetz ihres Landes halten müssen. Doch was geschieht, wenn dies mit den Pflichten der Religion kollidiert?

von Rabbiner Daniel Fabian  07.08.2026

Talmudisches

Durst

Was unsere Weisen über die lebensspendende Kraft des Wassers lehren

von Rabbinerin Yael Deusel  07.08.2026

Re’eh

Segen und Fluch

Warum die Tora uns die Wahl lässt – aber dennoch zum Leben aufruft

von Jay Schlesinger  06.08.2026