Pessach

»Ich genieße meine Freiheit«

Rabbiner Walter Rothschild Foto: Mike Minehan

Wie feiern Sie in diesem Jahr Pessach?
Ich werde den Sederabend mit meiner Gemeinde »Or Chadasch« in Wien feiern.

Wie sieht Ihr persönlich perfektes Pessachfest aus?
Weniger herumreisen, mehr Zeit mit der Familie verbringen und mehr Mazze mit Knoblauch essen.

Was verbinden Sie mit dem Fest?
Ich habe die Freiheit, quer durch Europa zu reisen, und das genieße ich – besonders, weil das nicht immer so war. Mein Großvater und mein Vater waren beide Flüchtlinge – jetzt habe ich einen Reisepass und bin als freier Bürger berechtigt, (fast) überall hinzufahren, wann und wie ich will. Das war nie selbstverständlich, und man soll das respektieren und schätzen.

Welche Kindheitserinnerungen haben Sie an Pessach?
Als kleines Kind war ich von einer Haggada fasziniert, man zog an einem Schnipsel an der Seite des Blattes, und die Bilder bewegten sich: die Wellen des Meeres usw. Oh wow! Oh – und ich erinnere mich an die gehackte Leber, die nur meine Mutter machen kann.

Die Fragen stellte Katrin Richter.

Walter Rothschild (58) ist Landesrabbiner für Schleswig-Holstein, Vorstandsmitglied der Union progressiver Juden in Deutschland und Autor. Er studierte an der University of Cambridge, am Leo Baeck College in London und wurde 1984 ordiniert. Der Vater von drei Kindern promovierte 2007 am King’s College der Universität London mit einer Doktorarbeit über »Palestine Railways«.

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