Talmudisches

Der falsche König

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König Schlomo, einer der mächtigsten Herrscher des Landes Israel, hatte einst Macht und Reichtum verloren und wurde zu einem Obdachlosen, der durchs Land zog und nur noch über das herrschte, was ihm geblieben war, einen unbedeutenden Stab (Talmud Sanhedrin).

In seiner Weisheit verstand er, dass er seinen Niedergang aufhalten musste, sonst würde er auch noch den Stab verlieren. Außerdem war ihm bewusst, dass er derselbe Mensch war wie zuvor mit denselben Eigenschaften eines großen Herrschers. Und obwohl er wieder ganz klein anfangen musste, wurde er über kurze Zeit wieder zum König Israels, das damals eine Großmacht war (Gittin 68b).

Da man beim Tempelbau keine Eiseninstrumente benutzen durfte, brauchte Schlomo ein besonderes Insekt namens Schamir, das Stein schneiden konnte. Der Einzige, der wusste, wo man dieses Insekt finden konnte, war Aschmedai, der König der Dämonen. Also beauftragte Schlomo Benajahu, den Sohn Jojadas, der zum königlichen Gefolge gehörte, Aschmedai zu holen. Er gab ihm eine Kette und einen Ring, in die einer der heiligen G’ttesnamen eingeritzt war. Benajahu fand Aschmedai, machte ihn betrunken, nahm ihn gefangen und brachte ihn nach Jerusalem.

Schlomo behielt Aschmedai bei sich, bis er den Bau des Tempels vollendet hatte. Eines Tages stand er mit Aschmedai allein und sagte: »Warum preist der Vers eure Fähigkeiten und Kräfte mehr als die der Menschen?« Aschmedai sagte: »Nimm mir die Kette ab, in die G’ttes Name eingraviert ist, und gib mir deinen Ring, in den G’ttes Name eingraviert ist, und ich werde dir meine Kraft zeigen.«

»Was nützt es dem Menschen, wenn er sich unter der Sonne abmüht?«

Schlomo nahm ihm die Kette ab und gab ihm seinen Ring. Da verschluckte Aschmedai den Ring, wuchs, bis er einen Flügel in den Himmel und einen Flügel auf die Erde setzen konnte, schleuderte Schlomo bis an die Grenzen des Landes Israel und nahm dessen Platz ein. Da sagte Schlomo: »Was nützt es dem Menschen, wenn er sich unter der Sonne abmüht?« (Kohelet 1,3).

Die talmudischen Gelehrten Rav und Schmuel sind sich nicht einig über die Bedeutung dieses Satzes. Der eine sagt: Dies bezieht sich auf den Stab Schlomos, der in seiner Hand blieb. Und der andere sagt: Dies bezieht sich auf seinen Mantel.

Schlomo ging von Haus zu Haus und sammelte Almosen, und wo immer er hinkam, sagte er: »Ich, Prediger, war König über Israel in Jerusalem« (Kohelet 1,12). Als er schließlich zum Sanhedrin in Jerusalem kam, sagten die Weisen: Ein Schwachsinniger ist nicht die ganze Zeit auf eine Sache fixiert. Sagt dieser Mann vielleicht die Wahrheit, und er ist tatsächlich Schlomo?

Da wandten sich die Weisen an Benajahu: »Verlangt der König, dass du bei ihm bist?« Benajahu sagte zu ihnen: »Nein.« Da schickten sie zu den Königinnen und fragten: »Kommt der König, um bei euch zu sein?« Die Königinnen antworteten: »Ja, er kommt.« Da baten sie die Königinnen: »Untersucht seine Füße, um zu sehen, ob es menschliche Füße sind.« Die Königinnen antworteten: »Er kommt immer in Socken, und es ist nicht möglich, seine Füße zu sehen.«

Und die Königinnen erzählten noch mehr darüber, wie sich der König ihnen gegenüber verhalte: Er verlange von ihnen, Geschlechtsverkehr zu haben, wenn sie menstruieren. Und er fordere, dass Bathseba, seine Mutter, mit ihm schläft.

Als die Männer des Sanhedrins dies hörten, begriffen sie, dass es sich bei dem derzeitigen König nicht um Schlomo handelte, sondern um einen Hochstapler. Und so holten sie Schlomo und gaben ihm einen Ring und eine Kette, in die der Name G’ttes eingraviert war. Als Schlomo eintrat, sah Aschmedai ihn und floh.

Die Gemara fügt hinzu: Und obwohl Aschmedai floh, fürchtete sich Schlomo vor ihm, und so steht es auch geschrieben: »Seht das Bett Schlomos, umgeben von 60 starken Männern aus den Reihen der Krieger Israels. Sie alle hielten Schwerter in der Hand und waren im Krieg geübt, ein jeder mit seinem Schwert an der Hüfte aus Furcht in den Nächten« (Schir Haschirim 3, 7–8).

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