EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

Wittenberg

Bischof: »Judensau« muss entfernt werden

Landesbischof Christian Stäblein Foto: picture alliance/dpa

Eine Entfernung der so genannten »Judensau« an der Wittenberger Stadtkirche hat der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, gefordert. »Wo es beseitigbar ist, muss man es beseitigen«, sagte Stäblein am Dienstag über die antisemitische Schmähplastik, die um das Jahr 1300 an der Südfassade der Kirche angebracht wurde.

Die Plastik zeigt eine Sau, an deren Zitzen als Juden dargestellte Menschen saugen. Stäblein äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion des »Hauses für Brandenburgisch-Preußische Geschichte« und der F.C.-Flick-Stiftung in Potsdam.

Verhängt Eine andere Position nahm der Landesbischof indes zur »Judensau« im Kreuzgang des Brandenburger Doms ein. Eine Abnahme der dortigen Plastik könne zu weiteren Schäden führen. Deswegen sprach sich Stäblein dafür aus, die dortige Plastik zu erklären, und visuell zu entfernen: Sie solle so verhängt werden, dass sie »nicht ins Auge fällt, aber für die Erklärung weiter sichtbar bleibt.«

Dagegen sprach sich der Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam, Julius H. Schoeps, strikt gegen eine Entfernung der Plastik aus. »Entferne ich bestimmte anstößige Stellen aus dem Kulturgut, blieben leere Flecken«, sagte Schoeps. »Das ist eine große Gefahr.« Man könne vieles erklären und man sollte es erklären. »Ich bin fürs Erklären«, so Schoeps. Andernfalls müsste man etwa auch alle antisemitischen Passagen aus den Werken Wilhelm Buschs oder alle als antisemitisch empfundenen Textstellen des Neuen Testaments löschen. kna

Schawuot 2

Mit offener Hand

Das Gebot des Zehnten ist weit mehr als eine soziale Maßnahme. Es ist eine geistige Übung

von Rabbiner Joel Berger  21.05.2026

Jerusalem

Auf den Spuren der Pilger

Seit Januar kann man auf jener Straße gehen, auf der zu Schawuot einst Juden ihre Früchte zum Tempel brachten. Die Ausgrabungen bekräftigen religiöse Überzeugungen – und entfachen politische Konflikte

von Detlef David Kauschke  21.05.2026

Schawuot

Sei wie ein kleiner Berg

Der Ewige wählte nicht den höchsten Gipfel der Wüste Sinai für die Offenbarung der Tora. Dahinter steckt eine Botschaft

von Rabbiner Avraham Radbil  21.05.2026

Religionen

Rabbiner: Juden, Christen und Muslime können einander stärken

Der Nahostkrieg hat auch Auswirkungen auf Gesellschaften in Europa und den USA. Ein niederländischer Rabbiner schreibt, was Juden, Christen und Muslime dennoch einander bedeuten können - und welche Werte sie teilen

von Leticia Witte  21.05.2026

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Konflikt

»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«

von Mascha Malburg  19.05.2026

Klang

Ewiges Nachhallen

Warum die Israeliten in die Stille der Wüste ziehen mussten, um das Wichtigste zu hören

von Rabbiner Jaron Engelmayer  17.05.2026

Pro & Contra

Ist die traditionelle jüdische Familie passé?

Ja, sagt Rabbiner Alexander Grodensky: »Die traditionelle Familie ist heute eine Illusion.« Nein, meint Daniela Fabian: »Eine Familie zu gründen, hat Zukunft, weil sie Leben in die Welt bringt«

von Rabbiner Alexander Grodensky, Daniela Fabian  17.05.2026