EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 55 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Leipzig

Zweifel am Hauptzeugen im Prozess gegen Ofarim

Ofarim steht seit Dienstag in Leipzig vor Gericht Foto: picture alliance / REUTERS

Im Prozess gegen den Musiker Gil Ofarim hat die Verteidigung am Mittwoch die Aussagen des Leipziger Hotelmanagers angezweifelt. Gegen den 35-jährigen Markus W. war zunächst wegen antisemitischer Beleidigung ermittelt worden, die Ofarim ihm vorgeworfen hatte. Später wurden die Ermittlungen eingestellt. W. ist nun der Hauptzeuge im Leipziger Prozess und zudem Nebenkläger.

Der Hotelmanager hatte am Tag der fraglichen Auseinandersetzung im Leipziger »Westin«, am 4. Oktober 2021, Spätdienst an der Rezeption übernommen. Er verwehrte dem Münchner Rockmusiker das Einchecken, weil dieser ihm - nach einer technischen Panne - mit einer schlechten Hotelbewertung in den sozialen Netzwerken gedroht habe. Die Verteidiger stellten am Mittwoch in der Hauptverhandlung vor der 6. Strafkammer des Landgerichtes Leipzig einen Antrag auf Vereidigung des Zeugen, bevor sie ihn selbst befragen wollten.

W. habe bisher nicht die Wahrheit gesagt und verschweige etwas Wesentliches aus dem Gesprächsinhalt, sagte Verteidiger Philip Müller. Unter Eid werde eine Wahrheitsfindung ermöglicht. Der Antisemitismusvorwurf »steht und fällt mit der Tatsache«, ob der Manager Ofarim erkannt habe oder nicht. W. behauptet, dass ihm der Rocksänger bis zu dem Vorfall in der Hotellobby nicht bekannt war.

Die Kammer lehnte die Vereidigung des Zeugen W. ab. Zuvor hatte sie sich zu einer Beratung zurückgezogen, der Prozess wurde kurzzeitig unterbrochen. Die Voraussetzung für eine Vereidigung des Zeugen liege nicht vor. Es gebe keine Hinweise dafür, dass der Zeuge bisher nicht die Wahrheit gesagt habe, sagte der Vorsitzende Richter, Andreas Stadler. Die Verteidigung lehnte unter diesen Umständen eine Befragung von W. ab.

Laut Stadler hat die Aussage von W. eine »erhebliche Bedeutung«. Sie werde daher »intensiv zu prüfen sein«. Doch selbst in einer Aussage-gegen-Aussage-Situation sei eine Vereidigung nicht zwingend.

Ofarim steht seit Dienstag in Leipzig wegen des Vorwurfs der falschen Verdächtigung, Verleumdung sowie des Betruges vor Gericht (AZ.: 6 KLs 607 Js 56884/21). Der 41-Jährige hatte im Oktober 2021 behauptet, von dem Hotelmanager antisemitisch beleidigt worden zu sein. In einem Instagram-Video schilderte er, dass ihm das Einchecken verwehrt wurde, weil er eine Kette mit Davidstern getragen habe.

Laut Staatsanwaltschaft hat sich der Vorfall nicht so zugetragen. Zudem habe der Rocksänger die Kette zum Zeitpunkt des vermeintlichen Vorfalls nicht sichtbar getragen, heißt es in der Anklage.

Bis zum Dezember sind im Leipziger Prozess weitere acht Verhandlungstage angekündigt. epd

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026