Berlin

Zentralrat fordert mehr Personal für Antisemitismusbeauftragten

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert eine bessere personelle Ausstattung des Beauftragten für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus. Der Beauftragte Felix Klein könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Judenhass zu bekämpfen, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag in Berlin. »Er braucht aber auch den notwendigen Rückhalt durch die Bundesregierung«, sagte Schuster.

Der neue Beauftragte, dessen Amt die große Koalition in dieser Wahlperiode neu geschaffen hatte, arbeitet derzeit nur mit einer Sekretärin im Bundesinnenministerium. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung waren einer Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage der Grünen von Ende Mai zufolge keine weiteren Planstellen vorgesehen.

Haushaltsausschuss Damit der neue Beauftragte seine Tätigkeit wirksam ausüben könne, brauche er eine bessere personelle Ausstattung als bislang, sagte Schuster. Er äußerte sich »zuversichtlich, dass dies in den laufenden Haushaltsberatungen umgesetzt wird«. Der Haushaltsausschuss des Bundestags kommt in dieser Woche zur sogenannten Bereinigungssitzung zusammen, um die letzten Details für den Etat 2018 zu beraten.

Schuster betonte, Juden seien in Deutschland in ihrem Alltag regelmäßig Antisemitismus ausgesetzt. »Das sollte nicht nur innerhalb unserer jüdischen Gemeinschaft Sorge hervorrufen, sondern in der gesamten Gesellschaft«, sagte er. Der Beauftragte Felix Klein soll unter anderem Ansprechpartner für jüdische Gemeinden sein und Maßnahmen gegen Antisemitismus koordinieren.

Unterdessen meldete der »Tagesspiegel« am Montagabend, dass der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung mehr Personal bekommen wird. Das Bundesfinanzministerium, so der Medienbericht, habe den Vorschlag geäußert, Felix Klein insgesamt elf Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich seien ihm eine Sekretärin sowie nur zwei weitere Mitarbeiter in Aussicht gestellt worden. epd

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Kanada

Zwei Tote bei Anschlag im jüdischem Viertel von Montreal

Bei einem der Opfer soll es sich laut Medienberichten um Michael Moshe Mizrahi handeln, ein Mitglied der örtlichen jüdischen Gemeinde

 22.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Wenn niemand sonst zu Israel steht

Unser Autor ist Schüler auf einem Gymnasium nahe Köln. Mit Entsetzen musste er feststellen, dass Antisemitismus und Israelhass in seiner Klasse weit verbreitet sind. Nun fragt er sich: Wie kann das sein?

von Jan Tersteegen  22.06.2026

Verhandlungen

USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl

Nach »produktiven« Gesprächen mit dem Iran setzen die USA Teile ihrer Sanktionen gegen den Iran vorübergehend aus. Die Maßnahme könnte dem Iran Milliarden einbringen und die Energiemärkte beruhigen

 22.06.2026

Trauer

Orakel und Maestro

Über 18 Jahre lang herrschte Alan Greenspan als Zentralbankchef über die Zinspolitik der weltgrößten Wirtschaftsmacht. Mit 100 Jahren ist er nun gestorben

von Anna Ringle, Thomas Kaufner  22.06.2026

Debatte

Jüdischer Verein verlangt Schutz für das Tragen religiöser Symbole

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Bei einem Prozess wegen Volksverhetzung in Flensburg musste eine Zuschauerin ihre Davidsternkette ablegen. Der Verein Jüdischer Hochschullehrender fordert nun Maßnahmen von der Justiz

 22.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 22.06.2026 Aktualisiert

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  22.06.2026

Berlin

Nova-Ausstellung: Interne Unterlagen zeigen Streit um Fördergeld

Die Finanzierung des Projekts war bis zuletzt umstritten. Eine angekündigte Kürzung der Landesförderung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro wurde zurückgenommen

 22.06.2026