Meinung

Wir sind nicht neutral

Dieter Graumann Foto: Das Porträt

Erschüttert haben die Fernsehzuschauer in den vergangenen Tagen wieder nach Israel geblickt und Bilder von Menschen, die in Schutzräume flüchten mussten, gesehen. Gerade wir, die Juden in Deutschland, schauen voller Sorge auf das kleine Land am Mittelmeer, das uns so viel bedeutet. Doch im Gegensatz zur Mehrheit in Deutschland ist uns bewusst, dass Teile Israels seit Jahren dem ständigen Raketen- und Granatenbeschuss durch die Hamas ausgesetzt sind. Gerade im Süden Israels weiß schon lange jedes Kind, wo der nächste Schutzraum ist.

Kann ein Land denn dauerhaft solche Angriffe hinnehmen? Die Frage beantwortet sich schon von selbst. Die Ursache des aktuellen Konflikts liegt eindeutig aufseiten der Hamas, dem brutalen, verlängerten Terrorarm des beinharten, islamo-faschistischen Regimes in Teheran.

aggressor Diese Tatsache wird in Deutschland leider von immer größeren Kreisen der Bevölkerung ignoriert. Umso wichtiger war es und umso dankbarer bin ich führenden Politikern unseres Landes, dass sie unmittelbar und klar für Israel Position bezogen haben: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle haben sofort die Hamas als Aggressor benannt. Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat gleich das Recht Israels auf Selbstverteidigung betont.

Zivile Opfer dieser Auseinandersetzung gibt es auf beiden Seiten zu beklagen. Das ist die traurige Wahrheit des ungelösten Nahostkonflikts. Besonders schändlich ist es jedoch, dass die Hamas gerade Wohngebiete als Stützpunkte auswählt – und absichtlich Menschen als Schutzschilde missbraucht. Was für ein zynisches Menschenbild steckt bei der Hamas doch dahinter!

front Der aktuelle Konflikt ist obendrein auch noch besonders gefährlich. Denn die Lage im gesamten Nahen Osten ist unüberschaubar und noch fragiler geworden, als sie ohnehin schon war. Ägypten ist für Israel leider gar kein verlässlicher Bündnispartner mehr. Israel sieht sich mehr denn je einer ziemlich geschlossenen Front von radikalen muslimischen Staaten gegenüber. Der Arabische Frühling wird für Israel immer mehr zu einer politischen Eiszeit.

Es darf nicht passieren, dass die Hamas den Weg zum Frieden nun vollends zerstört. Ich wünsche mir, dass Gewalt und Terror bald ein Ende haben, denn alle Menschen in der Region haben das Recht auf ein Leben in Frieden, Freiheit und Sicherheit. Wie immer sich die Lage entwickelt: Israel muss stark sein. Vor allem aber müssen die Menschen dort stark sein – und werden sich niemals unterkriegen lassen. Wir Juden hier sind bestimmt nicht neutral: Unsere Sorgen und unsere Fürsorge gelten den Menschen in Israel, die viel zu lange dem bösartigen Raketenterror ausgeliefert gewesen sind. Das muss nun endlich dauerhaft ein Ende haben.

Der Autor ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Meinung

Ein belasteter Ort verlangt Bewusstsein

Belastete Orte wie etwa Hitlers Geburtshaus in Braunau gibt es in Deutschland und Österreich viele. Erinnerung daran bedeutet, ihr in der Gegenwart die richtige Antwort zu geben

von Vladimir Vertlib  29.07.2026

Meinung

Wir müssen darüber sprechen, was der Terror mit dem Islam zu tun hat

Die islamistische Ideologie muss endlich klar und deutlich als solche benannt werden

von Ali Ertan Toprak  29.07.2026

Thüringen

Entschuldigung nach Hass-Kommentar eines Leinefelder Gastwirts abgelehnt

Das Auschwitz-Komitee wirft dem Gastronomen vor, Menschen mit dem Tod bedroht und die Verbrechen des Nationalsozialismus verherrlicht zu haben.

 29.07.2026

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Nahost

Iran greift US-Stützpunkt in Jordanien an – Washington reagiert mit Luftschlägen im Irak

Es ist der erste Raketenangriff des Iran auf einen US-Stützpunkt, seit Präsident Donald Trump die amerikanischen Angriffe auf iranische Ziele vor wenigen Tagen ausgesetzt hatte

 29.07.2026

Berlin

Klein: Sympathie-Bekundung für Terrororganisationen strafbar machen

Nach dem Anschlag durch einen IS-Anhänger fordert der scheidende Antisemitismusbeauftragte Gesetzesänderungen

 29.07.2026

Berlin

CSD-Anschlag: Innensenatorin und Polizei beantworten Fragen

Nach dem Angriff gibt es noch viele Unklarheiten. Der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses kommt daher zusammen. Außerdem rückt das Thema Prävention in den Fokus

 29.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Prien stellt mehr Geld gegen Radikalisierung in Aussicht

Nach dem CSD-Anschlag sagt die Familienministerin, queere Menschen seien in Teilen des Landes besonders unter Druck und könnte Solidarität erwarten

 29.07.2026

Judenhass

Antisemitismus weltweit auf Höchststand

Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland

 29.07.2026