Justiz

Wiesbaden verbietet »Judensterne« bei Corona-Demos

Anti-Corona-Demonstration in der Frankfurter Innenstadt Foto: imago

Mit Wiesbaden hat nach München erneut eine Stadt das Tragen nachgebildeter »Judensterne« auf Demonstrationen verboten. Die hessische Landeshauptstadt werde das Verbot ab sofort konsequent durchsetzen, teilte Bürgermeister Oliver Franz am Freitag mit.

Er nannte das Zeichen einen »inakzeptablen Vergleich«, der die Verbrechen der Nationalsozialisten an Juden »in absolut unerträglicher Weise« relativiere.

»UNGEIMPFT« Bei Corona-Demos waren immer wieder »Judensterne« mit der Inschrift »ungeimpft« zu sehen. Der »Judenstern« erinnert an die Verfolgungen im Nationalsozialismus. Damals waren Juden gezwungen worden, den Stern zu tragen.

»Impfgegner, die sich als Opfer mit den vom nationalsozialistischen Terrorregime zunächst gedemütigten, dann entrechteten und zum Schluss zu Millionen ermordeten Juden vergleichen, haben jeden Bezug zur Realität verloren«, sagte Franz.

Zuvor hatte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, gefordert, gegen die Verwendung gelber Sterne auf Corona-Demos vorzugehen. Er nannte die Proteste »ein Sammelbecken für Antisemiten, Verschwörungswütige, Holocaust-Relativierer und Demokratiefeinde, die versuchen, Menschen für ihre Zwecke zu vereinnahmen«. kna

Shelly Meyer

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