US-Wahlkampf

Wie Trump bereits jetzt schadet

Hannes Stein Foto: Marco Limberg

Ja doch, es gibt sie leider – jene Juden, die sich Donald Trump als amerikanischen Präsidenten wünschen. Da ist etwa Sheldon Adelson, der Multimilliardär aus Las Vegas. Und da ist Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn. Sie bilden sich allen Ernstes ein, dass sie in den Augen jener Rassisten, die Donald Trump zujubeln, als Weiße durchgehen! Lachhaft.

Sie sind der lebende Beweis, dass es nicht nur dumme, sondern auch saudumme Juden gibt. Vor allem tun diese Leute so, als sei die Maxime »kol israel areiwim seh baseh« nicht auch auf sie gemünzt. Dabei hat die Kandidatur von Donald Trump einen Antisemitismus losgetreten, den es in dieser Form in Nordamerika noch nie gegeben hat.

Tweets Bethany Mandel, eine Journalistin aus New Jersey, kann ein Lied davon singen. Als Antwort auf ein paar Trump-kritische Tweets wurde sie als »schleimige Jüdin« beschimpft, die »in den Ofen gehört«. Ein besonders liebevoller Trump-Unterstützer stellte ihr im Internet 19 Stunden lang nach. Am Ende reichte es Mandel, die zwei kleine Kinder hat – sie kaufte sich eine Pistole.

Julia Ioffe erging es nicht besser: Sie schrieb einen Artikel über Melania Trump, der nicht aus Lobhudeleien bestand, und wurde mit nazihaften Beschimpfungen eingedeckt. Donald Trump sagte hinterher, sie habe diese Behandlung verdient. Jonathan Weisman, ein Redakteur der New York Times, bekam Zeichnungen von hakennasigen Juden zugesandt – und ein Foto des Tors von Auschwitz mit der Aufschrift: »Machen Amerika Great«. Die Anti-Defamation League hat nachgezählt: Von August 2015 bis Juli 2016 wurden 2,6 Millionen antisemitische Tweets in die Welt gesetzt.

Viele Umfragen sprechen dafür, dass Trump die Wahl im November haushoch verlieren wird. Aber der Erdrutsch aus Judenhass und Rassismus, den dieser Mann losgetreten hat, wird die Amerikaner noch eine Generation lang beschäftigen. Und Trumps jüdische Unterstützer sollten sich schämen.

Der Autor ist Journalist und Schriftsteller. Zuletzt erschien von ihm »Der Komet«.

Analyse

Hält Israels Brandmauer zur AfD?

Die deutsche Rechtsaußen-Partei wird von der israelischen Regierung boykottiert. Ein prominenter AfD-Politiker versucht nun, das zu ändern

von Joshua Schultheis  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Brandmauer nach links: Union attackiert Rot-Grün-Rot

Die Vorbereitung eines Linksbündnisses in Berlin wird von CDU und CSU scharf kritisiert. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union werden konkrete Konsequenzen gefordert - auch die nach einer neuen Brandmauer

 18.10.2026

Grüne

Banaszak: Rot-Grün-Rot braucht klare Absprachen vor Start

Grünen-Chef Felix Banaszak sieht Risiken für das geplante Bündnis aus Linken, Grünen und SPD in Berlin. Er warnt vor ungelösten Problemen

 18.10.2026

Jan-Philipp Hein

Flugabwehr bei VW? Aber ja!

Volkswagen, Rafael und die deutsch-israelische Rüstungskooperation

von Jan-Philipp Hein  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Söder fordert Brandmauer nach links

Der Begriff Brandmauer wurde in der Union bisher vor allem für die Abgrenzung nach rechts verwendet. CSU-Chef meint, sie sollte jetzt eher an anderer Stelle eingezogen werden

 18.10.2026

IWF-Tagung

KfW-Chef: »Demokratie ist ein harter Standortfaktor«

Auch aus der Finanzwelt kommen nach den Wahlerfolgen der AfD für Deutschland ungewohnte Fragen: Ist der Standort noch so verlässlich wie bekannt? Für Investitionsentscheidungen kann das wichtig sein

 18.10.2026

Iran-Krieg

Irans Parlament stimmt für neuen Verteidigungsminister

Das Verteidigungsministerium im Iran wurde mehr als ein halbes Jahr kommissarisch geleitet. Nun übernimmt ein erfahrener Funktionär aus der Rüstungsbranche das Amt

 18.10.2026

Leitantrag für Parteitag

CSU-Parteitag: Klare Kante gegen AfD und Linkspartei

Kommende Woche steht bei der CSU ein großer Parteitag an. Als Gast wird Kanzler Merz erwartet. Inhaltlich setzt die Partei auf neue Geschlossenheit durch die Benennung klarer Feindbilder

 18.10.2026

Offenburg

Özdemir zu Berliner Linken: Mit so jemandem nicht koalieren

Cem Özdemir lehnt eine Zusammenarbeit der Grünen mit der Linken in Berlin ab. Zwar verweist er auf gute Erfahrungen mit der Partei in anderen Ländern, in Berlin sieht er die Lage anders

 18.10.2026