Meinung

Wie man der FPÖ begegnen muss

Die neue österreichische Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ wird im In- und Ausland zu Recht kritisch beäugt. Vor ein paar Tagen bezog sich Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) auf die geplanten Grundversorgungszentren und wollte »diejenigen, die in ein Asylverfahren eintreten, auch entsprechend konzentriert an einem Ort halten«. Für einen Deutschnationalen war sein Satz, wie man in Wien sagt, »hatschert«, er hinkt.

konzentriert Es folgte eine Welle der Empörung, wenn der Innenminister das Wort »konzentrieren« in Verbindung mit Zentren oder Lagern verwendet. Doch das ist eine Fokussierung aufs Semantische, wo es sinnvoller wäre, darauf hinzuweisen, dass der heutige Innenminister noch im September 2016 beim Kongress der »Verteidiger Europas« in Linz referierte, bei dem es Verbindungen zu Rechtsextremisten bis zur NPD gab. So etwas droht genauso übersehen zu werden wie der strukturelle Rechtsextremismus in der FPÖ.

Der Standpunkt der jüdischen Gemeinden hingegen ist glasklar. Die Israelitische Kultusgemeinde hat zwar nur 7500 Mitglieder – Ergebnis der Schoa, aber auch, weil osteuropäische Juden von außerhalb der EU nach Österreich nicht einwandern durfte; gleichwohl hat die IKG beispielhafte soziale Strukturen und Schulen aufgebaut und immer wieder Antisemitismus angeprangert.

warnung Jüngst warnte IKG-Präsident Oskar Deutsch, es dürfe nicht normal werden, dass mit der FPÖ eine Partei, »deren Vertreter immer wieder Schwierigkeiten hatten, sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren«, regieren darf.

Es ist eine konsequente Haltung, dass der Vorstand der IKG nun einstimmig beschlossen hat, mit FPÖ-Ministern keinen Kontakt zu pflegen.

Der Autor ist Journalist in Wien.

Terror

Berlin am Tag zwei nach dem CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag: Kanzler Merz kündigt Konsequenzen an, Herkunft des Todesopfers bekannt, verletzten Opfern geht es besser

 27.07.2026

Berlin

Neuköllns Integrationsbeauftragte: Härter gegen Islamismus vorgehen

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des CSD in Berlin erklärt Güner Yasemin Balci, dass es in ihrem Bezirk sowohl mit Homophobie als auch mit Islamismus ein massives Problem gebe

 27.07.2026

New York

Angehörige von Opfern des 11. September wollen Mamdani von Gedenkfeier ausschließen

Die Betroffenen werfen dem Politiker vor, sich in der Vergangenheit nicht ausreichend von Terrorismus distanziert zu haben

 27.07.2026

Teheran

Chamenei bekräftigt Unterstützung für Hisbollah

Es gebe »keinen anderen Weg als Dschihad und Widerstand« gegen Israel, sagt der Oberste Führer

 27.07.2026

Toronto

Schüsse auf jüdische Bäckerei – Polizei ermittelt wegen möglicher Hasskriminalität

Innerhalb von 20 Minuten werden in der kanadischen Metropole zwei Anschläge auf die Bäckereikette Kiva’s Bagel verübt

 27.07.2026

Jerusalem

Netanjahu wirft Mamdani Hetze gegen Juden vor

Die Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters über Israel schürten Hass, spalteten die Stadt spalten und trügen dazu bei, dass sich viele jüdische Einwohner nicht mehr sicher fühlten

 27.07.2026

Berlin

Felix Klein: »Brandmauer muss aufrechterhalten werden«

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung wendet sich gegen eine Öffnung der CDU zur AfD. Zur Begründung nennt er das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

 27.07.2026

Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Unter den Verletzten ist ein zweijähriges Kind. Bürgermeisterin Katie Wilson: »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens.«

 27.07.2026

Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz sagt, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus

 27.07.2026