Der Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen Seite sowie dem Iran auf der anderen könnte Auswirkungen auf den Formel-1-Kalender haben. Medienberichten zufolge stehen die für April geplanten Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien derzeit auf der Kippe.
Das Rennen in Bahrain ist für den Zeitraum vom 10. bis 12. April angesetzt. Eine Woche später soll der Grand Prix von Saudi-Arabien in Dschidda stattfinden. Beide Staaten gehören zu den Ländern am Persischen Golf, die zuletzt Ziel iranischer Raketenangriffe waren. Teheran reagierte damit auf Luftschläge der USA und Israels.
Nach Angaben aus der Region trafen mehrere Geschosse zivile Einrichtungen, Energieanlagen sowie Hotels. Auch US-Militärbasen seien beschossen worden. In Bahrain wurde demnach ein Stützpunkt der US-Marine in der Hauptstadt Manama getroffen. Die Anlage liegt im Stadtteil Juffair, in dem traditionell zahlreiche Mitarbeiter der Formel-1-Teams während des Rennwochenendes untergebracht sind.
Sicherheit und Schutz
Auch in Saudi-Arabien gilt die Lage als sensibel. Die Strecke in Dschidda befindet sich in der Nähe einer Ölraffinerie, die bereits vor einigen Jahren Ziel eines Raketenangriffs durch Huthi-Terroristen aus dem Jemen gewesen war.
Die Rennserie Formel 1 erklärte: »Unsere nächsten drei Rennen finden in Australien, China und Japan statt, nicht im Nahen Osten – und diese Rennen liegen noch einige Wochen entfernt.« Weiter hieß es: »Wie immer beobachten wir eine solche Situation sehr genau und arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Die Sicherheit und der Schutz aller Beteiligten in unserem Sport haben für uns oberste Priorität.«
Ob die beiden Rennen stattfinden können, muss relativ kurzfristig entschieden werden. Da ein großer Teil der Ausrüstung per Schiff transportiert wird, hat die Formel 1 nach Branchenangaben nur rund zwei Wochen Zeit, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.
Wegfallende Einnahmen
Sollte der Konflikt bis dahin andauern, gilt eine Durchführung der Veranstaltungen als unwahrscheinlich. Selbst bei einer möglichen Waffenruhe bliebe laut Beobachtern unklar, ob mit Angriffen verbündeter oder unabhängiger Gruppen zu rechnen wäre.
Ein Ausfall hätte auch wirtschaftliche Konsequenzen. Die Veranstaltergebühren, die Bahrain und Saudi-Arabien zahlen, summieren sich Berichten zufolge auf deutlich über 100 Millionen Dollar. Bei einer Absage würden diese Einnahmen wegfallen.
Gleichzeitig wäre es schwierig, Ersatzrennen zu organisieren. Der Kalender der Rennserie gilt bereits als dicht gedrängt. Ohne die beiden Veranstaltungen könnte die Saison daher statt der geplanten 24 nur noch 22 Grands Prix umfassen.
Als mögliche Alternativen wurden zwar Strecken wie Portimão in Portugal, Imola in Italien oder Istanbul genannt. Insider halten dies jedoch für kaum realisierbar, da Vorbereitung, Ticketverkauf und Organisation eines Rennens normalerweise mehrere Monate benötigen. Auch ein zusätzliches Rennen in Japan nach dem Grand Prix von Suzuka Ende März gilt derzeit nicht als praktikable Option. im