Die Bundesanwaltschaft hat erneut einen mutmaßlichen Waffenschmuggler der Terrororganisation Hamas festnehmen lassen. Der Mann sei am Freitag bei seiner Einreise aus dem Libanon nach Zypern am Flughafen aufgrund eines Europäischen Haftbefehls von Grenzbeamten gefasst worden, teilte die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde mit. Am Sonntag wurde demnach außerdem die Wohnung des Beschuldigten in Berlin durchsucht.
In den vergangenen Monaten hat die Bundesanwaltschaft damit insgesamt acht Verdächtige im Zusammenhang mit mutmaßlicher Waffenbeschaffung für die Hamas festnehmen lassen. Die Waffen sollten nach Einschätzung der Ermittler für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa dienen.
Zunächst hatte die Karlsruher Behörde Anfang Oktober 2025 drei mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin festnehmen lassen. Bis Ende des Jahres folgte eine Festnahme in London, eine an der deutsch-tschechischen und eine an der deutsch-dänischen Grenze. Im Januar war zuletzt ein Verdächtiger am Berliner Flughafen bei seiner Einreise aus Beirut festgenommen worden.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem jüngst Festgenommenen die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Er soll einem weiteren Hamas-Mitglied über einen Dritten 300 Stück scharfe Munition zukommen lassen haben. Die mutmaßlichen Komplizen sind bereits in Untersuchungshaft.
Der Beschuldigte soll nun nach Deutschland überstellt und in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Das kann aber mehrere Wochen oder auch Monate dauern.
Vor dem Kammergericht Berlin neigt sich derweil ein erster Prozess der Bundesanwaltschaft gegen vier mutmaßliche Mitglieder der Hamas dem Ende zu. Sie sollen als sogenannte Auslandsoperateure für die Schaffung oder auch Auflösung von Waffendepots in Polen, Bulgarien und Dänemark zuständig gewesen sein. Ein Urteil ist für den 25. März geplant. dpa