Einspruch

Waffen, Werte, Wahlen

»Was ist mit Saudi-Arabien? Was ist mit Katar? Ich frage auch: Was ist mit Israel?« SPD-Vize Ralf Stegner will deutsche Waffenexporte in Konfliktgebiete verringern. Und stellt einen Vergleich an zwischen zwei arabischen Diktaturen, die muslimische Terroristen unterstützen, und einer jüdischen Demokratie, die diese Terroristen bekämpft. Für den Sozialdemokraten Stegner gibt es da keinen Unterschied. Und warum auch – behauptet seine Partei doch, »gemeinsame Werte« mit der palästinensischen Fatah zu haben, die die Auslöschung Israels predigt.

Stegner hat nicht den »Eindruck, dass Waffen im Nahen Osten dazu beitragen, das Problem zu lösen«. Welches Problem? Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zeigen, dass der arabisch-israelische Konflikt nur einen Grund hat: die muslimische Vernichtungsideologie gegenüber Israel. Israel kämpft um seine Existenz. Saudi-Arabien und Katar nicht. Der einzige Staat im Nahen Osten, der tatsächlich gemeinsame Werte mit der SPD hat, wird in seiner Existenz bedroht, und der SPD-Vize will diesem Staat keine Waffen liefern.

vergleich Während des Jom-Kippur-Kriegs erlaubte eine SPD-Regierung keine US-Waffenlieferungen an Israel über deutsches Territorium, war aber bereit, mit palästinensischen Terroristen zu verhandeln. SPD-Kanzler Helmut Schmidt wollte Waffen an Saudi-Arabien verkaufen und erklärte, dass angesichts des »ganzen moralisch-historischen Gepäcks«, das die deutsche Außenpolitik belaste, die »arabischen Völker so ziemlich die einzigen [seien], die mit den Deutschen keine negativen Erfahrungen gemacht haben«. Und 2012 verglich SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel Israels Politik in Hebron mit dem »Apartheid-Regime«.

Die SPD hat seit Generationen in Bezug auf Nahost eine Wertekrise. Die Partei will zurück an die Macht, und Populismus ist das beste Mittel dazu. Die öffentliche Meinung in Deutschland ist in ihrer Mehrheit gegen Israel. Anstatt Führung zu zeigen, schwimmt die SPD mit dieser Strömung.

Der Autor ist Korrespondent der israelischen Tageszeitung »Yedioth Ahronoth«.

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026

Berlin-Neukölln

Martin Hikel rügt Bildungsstadträtin

Janine Wolter hatte auf Instagram die Story eines israelfeindlichen Aktivisten gepostet

 25.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026

Handel

Schiffsverkehr in Straße von Hormus normalisiert sich

Seit Monaten stecken Schiffe in der wichtigen Meerenge am Persischen Golf fest. Jetzt zeigen erste Auswertungen, dass sich der Verkehr normalisiert. Aber was war mit der Gefahr vor Seeminen?

 25.06.2026

Nahost

Oman: Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Aus Sicht der USA kann der Iran für die Passage der Straße von Hormus keine See-Maut verlangen – weder in den Verhandlungen über 60 Tage noch danach. Auch Maskat äußert sich in diese Richtung

 25.06.2026

Gutachten

Chancen für AfD-Verbotsantrag stehen gut

Eine Gruppe von Experten hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und die Parlamentsanträge analysiert. Auch Äußerungen von Funktionären wurden für das Gutachten ausgewertet

 25.06.2026

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  25.06.2026

Brüssel

EU legt Mitgliedstaaten Konzept für Libanon-Einsatz vor

Die Mission soll die libanesische Polizei und Armee stärken. Stimmen Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten zu?

 25.06.2026