Atomprogramm

Wadephul droht Iran mit Wiedersetzung von Sanktionen

Johann Wadephul (CDU) am Donnerstag in Estland Foto: picture alliance / AA/photothek.de

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat dem Iran wegen dessen Atomprogramm erneut mit dem Start des Mechanismus zur Wiedereinführung von Atomsanktionen gedroht - und zugleich den Willen zu einer diplomatischen Lösung bekräftigt.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten immer gesagt, »dass das Instrumentarium eines Snapbacks zur Verfügung steht«, sagte er bei einem Auftritt mit seinem estnischen Kollegen Margus Tsahkna in Tallinn auf eine entsprechende Journalistenfrage.

Wadephul fügte hinzu: »Gleichermaßen haben wir immer deutlich gemacht, dass wir an einer diplomatischen Lösung interessiert sind.« Deutschland, Frankreich und Großbritannien - E3 genannt, »haben immer klargemacht, dass sie eine eindeutige Politik gegenüber dem Iran verfolgen, nämlich eine erneute nukleare Bewaffnung zu verhindern«, sagte der Bundesaußenminister.

Lesen Sie auch

»Restriktive Maßnahmen«

Deswegen wolle man »sehr restriktive Maßnahmen, was das Anreichern der entsprechenden Grundstoffe angeht, ergreifen«. In diesem Zusammenhang werde gemeinsam sehr intensiv beraten, »was in dieser Zeit notwendig ist«.

Die E3 könnten bereits heute den Mechanismus zur Wiedereinführung von Atomsanktionen gegen den Iran auslösen. Dieser Prozess soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im UN-Sicherheitsrat in New York in Gang gesetzt werden, falls der Iran nicht in letzter Minute einlenkt.

Hintergrund sind demnach mangelnde Fortschritte in den Atomgesprächen mit Teheran. Mit diesem Snapback-Mechanismus können alte UN-Sanktionen wie das allgemeine Waffenembargo sowie zahlreiche Strafmaßnahmen gegen iranische Personen und Organisationen wieder in Kraft gesetzt werden. dpa

Teheran

»Widerwärtiger Charakter«: Irans Außenminister attackiert Merz

Der Iran betrachtete Deutschland einst als einen zuverlässigen Partner. Die Kritik an der Bundesregierung wird jedoch immer heftiger. Und richtet sich mittlerweile gegen den Bundeskanzler persönlich

 05.02.2026

London

Epstein-Skandal stürzt Starmer in die Krise

Obwohl der britische Premier von der Freundschaft Peter Mandelsons zu Jeffrey Epstein wusste, ernannte er ihn zum Botschafter in den USA. Selbst in den eigenen Reihen ist der Ärger groß

 05.02.2026

Teheran

Iran: Verhandlungen mit USA am Freitag im Oman

Kurz vor Beginn neuer Verhandlungen zwischen den USA und dem iranischen Regime gibt es Verwirrung. Irans Außenminister hat Ort und Zeit vorgeschlagen. Wie reagieren die USA?

 05.02.2026

Washington D.C./Teheran

Trump droht Ajatollah Chamenei

Der US-Präsident über Irans obersten Führer: »Ich würde sagen, er sollte sehr besorgt sein. Ja, das sollte er.«

 05.02.2026

Interview

»Mein Traum: eine Synagoge ohne Security«

Rabbiner Pinchas Goldschmidt über die Tagung der Europäischen Rabbinerkonferenz, Proteste im Iran und Israel

 04.02.2026

Margaritis Schinas

»Es gibt keine EU-Sanktionen gegen Israel«

Der ehemalige Vizepräsident der EU-Kommission ist zuversichtlich, dass das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Israel repariert werden kann

von Michael Thaidigsmann  04.02.2026

Australien

Ex-Uni-Mitarbeiterin wegen antisemitischer Tirade vor Gericht

»Ihr seid verdammte, schmutzige Zionisten« soll Rose Nakad jüdischen Studenten zugerufen haben

 04.02.2026

Australien

Poster mit Konterfei des Bondi-Beach-Attentäters aufgetaucht

Die Plakate seien »tief beleidigend« und eine Missachtung der Kunst, sagt Melbournes Bürgermeister Nicholas Reece

 04.02.2026

Israel

Die halbe Wahrheit

Deutschlands Medien und der Gaza-Krieg: Wie aus ungeprüften Zahlen der Terrororganisation Hamas plötzlich Gewissheiten werden – ganz ohne kritische Einordnungen

von Philipp Peyman Engel  04.02.2026