Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Volker Beck, wünscht sich einen Generationenwechsel in seiner Organisation. »Die DIG muss jünger und weiblicher werden«, sagte Beck im Interview mit »The Bilateral Briefing« anlässlich des 60-jährigen Bestehens der DIG.
Es gebe »einen deutlichen Überhang von Männern meiner Generation und älter«. Er wünsche sich mehr Mitglieder mit anderen »soziodemografischen Merkmalen« und dass diese »in Verantwortung kommen, im Präsidium wie vor Ort«.
»Ich wäre froh, wenn ich jemanden finde, an den ich den Staffelstab mit gutem Gewissen weitergeben kann.« Volker Beck
Ob er auf der Hauptversammlung der DIG am 14. und 15. November in Nürnberg erneut als Präsident kandidiert, ließ Beck offen. Er sagte jedoch: »Ich wäre froh, wenn ich jemanden finde, an den ich den Staffelstab mit gutem Gewissen weitergeben kann.« Je älter man werde, »umso mehr sollte man Aufgaben abgeben und sich fokussieren«, so Beck, der auch für das Tikvah-Institut tätig ist.
Laut Beck müsse die DIG noch präsenter in den sozialen Medien werden, um junge Menschen besser zu erreichen. Es brauche »eine neue Ansprache«, so Beck. »Während für meine Generation der Verweis auf die historische Verantwortung Deutschlands für Israel oft Motivation genug war, sich in der DIG zu engagieren, liegt der Nationalsozialismus für junge Menschen weit zurück.« Es gelte daher, Israel stärker mit Themen wie Vielfalt und Innovation in Verbindung zu bringen.
Unter Becks Führung ist die DIG deutlich gewachsen: Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren stieg die Zahl der Mitglieder von rund 6.000 auf mehr als 10.000. Beck saß von 1994 bis 2017 für die Grünen im Bundestag. Seit 2022 ist er Präsident der DIG. ja