Montréal

Verdacht auf Brandanschlag: Koscheres Restaurant zerstört

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Ein koscheres Restaurant in Montréal ist bei einem Feuer vollständig zerstört worden. Die Behörden untersuchen den Vorfall als möglichen Brandanschlag. Der Brand ereignete sich in der Nacht zu Samstag, als das Restaurant Nöam wegen des Schabbats geschlossen war. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf jüdische Einrichtungen in Kanada ein.

Nach Angaben lokaler Medien soll eine Überwachungskamera einer benachbarten Werkstatt einen jungen Mann aufgezeichnet haben, der das Feuer gelegt haben könnte. Die Polizei erklärte jedoch, es sei noch zu früh, um ein Motiv festzustellen. Die Ermittlungen dauern an.

Kanadas Minister für öffentliche Sicherheit, Gary Anandasangaree, zeigte sich besorgt. »Ich bin äußerst besorgt über das, was offenbar ein Brandanschlag auf Nöam ist, ein koscheres Restaurant, das ein Treffpunkt der jüdischen Gemeinschaft Montréals war«, schrieb er auf X. Weiter erklärte er: »Antisemitismus hat keinen Platz in unseren Gesellschaften, und wir werden weiter daran arbeiten, ihn überall zu bekämpfen.«

»Klima der Einschüchterung«

Jüdische Organisationen vermieden es zunächst, den Brand eindeutig als antisemitisch einzustufen. Zugleich forderten sie die Politik auf, entschlossener gegen die zunehmenden Angriffe auf jüdische Einrichtungen vorzugehen.

B’nai Brith Canada erklärte, Regierungen hätten zugelassen, »dass sich ein Klima der Einschüchterung, der Unordnung und zunehmender Bedrohungen gegenüber jüdischen Gemeinschaften entwickelt«, wodurch jüdische Viertel, Institutionen und Geschäfte immer stärker gefährdet seien. Auch das Center for Israel and Jewish Affairs (CIJA) verurteilte den Vorfall. »Ein Restaurant auf diese Weise anzugreifen – unabhängig vom Motiv – ist ein inakzeptabler Angriff auf unsere gemeinsamen Werte«, erklärte die Organisation. Der Fall müsse umfassend untersucht werden.

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Erst wenige Tage zuvor war es in Toronto zu Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckerei Kiva’s Bagel Bar gekommen. Dort wurden Fensterscheiben eingeschlagen, wenig später schoss ein Bewaffneter auf eine weitere Filiale.

Kanadas Premierminister Mark Carney hatte bereits im Juni ein neues Gremium zur Bekämpfung von Antisemitismus und Rassismus eingerichtet. Oppositionsführer Pierre Poilievre von der Konservativen Partei warf der Regierung nach dem Brand mangelnde Konsequenz vor. »Schon wieder ein Angriff auf Kanadas jüdische Bevölkerung. Keine weiteren Worte. Wir brauchen echtes Handeln, um Juden und andere Kanadier vor Hassverbrechen zu schützen, die die Regierung auf unseren Straßen duldet«, schrieb er auf X.

Der Stadtteil Côte-des-Neiges, in dem sich das Restaurant befindet, war bereits im Juni Schauplatz eines tödlichen Schusswaffenangriffs, bei dem ein Polizist, ein jüdischer Anwohner umkamen. im

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