Würdigung

»Verbunden mit der wieder wachsenden jüdischen Gemeinschaft«

Bernhard Vogel (1932-2025) Foto: picture alliance/dpa | Bodo Schackow

Mit der folgenden Erklärung dankt der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, dem verstorbenen, früheren Ministerpräsidenten Bernhard Vogel (CDU) für seinen Einsatz für das Bundesland, die darin lebenden Juden und die Demokratie.

Als Bernhard Vogel 1992 Thüringens Ministerpräsident wurde, konnte er seine zwölfjährigen Erfahrungen als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz erfolgreich für unseren Freistaat einsetzen.

Aber Bernhard Vogel nutzte auch sein jahrzehntelanges Engagement für die demokratische Entwicklung Deutschlands. Das gehörte zu seiner Familientradition, gemäß seiner Überzeugung »Erst das Land, dann die Partei!« Es verband die Brüder Bernhard Vogel (CDU) und Hans-Jochen Vogel (SPD) in vielen Fragen.

Dazu gehörte die tatkräftige Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft. Bernhard Vogel zeigte diese von Beginn an, als er 1992 sein Amt in Thüringen übernahm.

Verbundenheit mit jüdischer Gemeinschaft

Von 1992 bis 1993 konnte ich die Arbeiten am Staatsvertrag zwischen dem Freistaat Thüringen und der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen begleiten, der am 1. November 1993 von Bernhard Vogel und seitens der Landesgemeinde von Raphael Scharf-Katz und Manfred J. Wagner unterzeichnet wurde.

Die vom Herzen kommende Unterstützung unserer Jüdischen Landesgemeinde durch Bernhard Vogel entsprach seiner Verbundenheit mit der wieder wachsenden jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und entsprach auch seiner langjährigen Freundschaft mit dem jüdischen Staat Israel.

Die Haltung von Ministerpräsident Bernhard Vogel blieb auch bestimmend bei seinen Nachfolgern Dieter Althaus, Christine Lieberknecht, Bodo Ramelow und jetzt bei Mario Voigt. Unser Dank an Bernhard Vogel schließt diese parteiübergreifende Thüringer Tradition ein.

Tiefe Dankbarkeit

Im Jahr 2018 sagte Bernhard Vogel bei einem Festakt in der Magdeburger Staatskanzlei zum siebzigjährigen Bestehen des jüdischen Staates: »Dass Deutschland und Frankreich, die vermeintlichen Erzfeinde, Freunde geworden sind, ist großartig. Dass Deutschland und Israel Freunde geworden sind, gleicht einem Wunder.«

Nach 92 Jahren hörte am 2. März 2025 das Herz unseres Freundes auf, zu schlagen. Wir verbleiben in tiefer Dankbarkeit.

Im Namen der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen,
Reinhard Schramm

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