Ausgrenzung

Uschi Glas zu Antisemitismus: »Dürfen nicht wegschauen wie 1933«

Uschi Glas Foto: picture alliance/dpa

Ausgrenzung

Uschi Glas zu Antisemitismus: »Dürfen nicht wegschauen wie 1933«

Klagen über Judenhass im Klassenzimmer, im Netz und auf der Straße nehmen zu. Das darf die Gesellschaft nicht länger hinnehmen, warnt TV-Star Uschi Glas. Und verweist auf schlimme Zeiten in der deutschen Geschichte

von Gottfried Bohl  26.09.2025 09:19 Uhr

Schauspiel-Legende Uschi Glas ruft zu einem entschiedeneren Einsatz gegen alle Formen von Judenfeindlichkeit auf. »Wir dürfen nicht wegschauen wie 1933«, sagte sie der »Bild«-Zeitung: »Wir müssen doch in der Lage sein, diese kleine Gruppe jüdischer Mitbürger in unserem Land zu beschützen. Es ist ein Armutszeugnis, dass Juden sich nicht mehr trauen, in die Synagoge zu gehen, mit Kippas aus der Straßenbahn fliegen, ihre Davidstern-Kettchen unter ihren T-Shirts tragen.«

Die Politik müsse Gesetze verschärfen und sie auch besser kontrollieren, ergänzte die Schauspielerin: »Das Schänden von Grabstätten, das Beschmieren von Synagogen, Beleidigungen auf offener Straße sind keine Kavaliersdelikte und müssen hart bestraft werden. Es ist beschämend, dass wir dazu bisher nicht in der Lage sind.«

Petition sammelt Unterschriften

Glas gehört zu den Unterstützerinnen einer Petition, die von den Regierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entsprechende Gesetzesänderungen fordert. Darin heißt es unter anderem: »Antisemitismus ist wieder Alltag - in Klassenzimmern, im Netz, auf Demonstrationen und sogar in Behörden. Jüdische Menschen werden bedroht, beleidigt oder diskriminiert. Und zu oft schauen Politik und Gesellschaft weg.«

Der jüdische Glaube sei Jahrhunderte älter als jede Demokratie, jeder Staat und jede Politik. Weder der Krieg in Gaza noch politische Entscheidungen in Israel dürften ein Vorwand sein, um Juden zu hassen, anzugreifen oder auszugrenzen.

Hinter der Petition steht ein Bündnis aus rund 200 jüdischen Gemeinden, Organisationen und Kirchen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hinzu kommen prominente Einzelpersonen wie etwa Glas, Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller sowie die Schauspielerinnen Iris Berben, Veronica Ferres und Andrea Sawatzki.

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Hintergrund

Katharina von Schnurbein wird neue Antisemitismusbeauftragte

Die EU-Antisemitismusbeauftragte wechselt von Brüssel nach Berlin und folgt auf Felix Klein. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Antisemitismus-Papier

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026