Aachen

Urteil gegen Anwalt von erfundenem NSU-Opfer erwartet

Das Landgericht in Aachen Foto: imago stock&people

Vor dem Landgericht Aachen geht heute der Prozess gegen den Anwalt eines erfundenen NSU-Opfers weiter. Möglicherweise wird das Urteil gesprochen. Der Jurist aus Eschweiler steht wegen Betrugs vor Gericht. Er soll in dem NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ein Opfer des Nagelbombenanschlags im Jahr 2004 aus der Kölner Keupstraße vertreten haben, das es gar nicht gab.

PLÄDOYERS Der heute 53 Jahre alte Jurist soll für seine Tätigkeit zu Unrecht mehr als 200.000 Euro aus der Staatskasse bezogen haben. Die Staatsanwaltschaft beantragte zwei Jahre Haft auf Bewährung. In seinem Plädoyer forderte der Verteidiger einen Freispruch. Sein Mandant habe gutgläubig gehandelt und sei selbst getäuscht worden.

Ein Mann, der bei dem Anschlag in der Keupstraße tatsächlich verletzt wurde, habe den Kontakt zu dem vermeintlichen Opfer vermittelt. Dieser inzwischen gestorbene Mann soll dafür von dem Anwalt eine Provision verlangt und auch bekommen haben.

»NEBENKLÄGERIN« Dass die von dem Anwalt vertretene angebliche Nebenklägerin nicht existierte, war in dem Münchner Prozess erst nach zweieinhalb Jahren herausgekommen, als die Frau nicht vor Gericht erschien.

Dort waren fünf Jahre lang die rassistischen Morde des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sowie der Mord an einer Polizistin verhandelt worden. 2018 wurde Beate Zschäpe wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nahost

Europäer protestieren gegen Uranmetall-Pläne

Sorge vor iranischer Atombombe wächst. Teheran weist Vorwurf einer geplanten militärischen Nutzung zurück

 17.01.2021

Medien

Die Impflüge

Seit Beginn der Corona-Immunisierung ist zu lesen, Israel nehme den Palästinensern die Vakzine weg

von Alan Posener  17.01.2021

Berlin

Teilerfolg für Igor Levit

Landgericht soll drei gegen den Pianisten gerichtete Kommentare als strafbare Beleidigungen eingeordnet haben

 16.01.2021

Arolsen Archives

Neustart von Erinnerungsprojekt

Die Initiative »#everynamecounts« digitalisiert Namen von Deportationslisten und Dokumente aus Konzentrationslagern

 16.01.2021

Jubiläum

Bundesregierung unterstützt Festjahr »1700 Jahre«

Innenministerium fördert die bundesweite Veranstaltungsreihe mit rund 22 Millionen Euro

 15.01.2021

Judenhass

Frankreich: Algerier wird nach antisemitischer Tat ausgewiesen

Der Täter hatte sich geweigert, Essen von israelischen Restaurants auszuliefern

 14.01.2021

Parteien

»Feinde der Demokratie sollten nicht aus Steuermitteln finanziert werden«

Bildungsstätte Anne Frank hält AfD-nahe Stiftung für gefährlich

 14.01.2021

Thüringen

Rodeln in KZ-Gedenkstätte Buchenwald: Sicherheit wird verstärkt

»Störung der Totenruhe«: Zuwiderhandlungen werden künftig angezeigt

 14.01.2021

Justiz

Zweieinhalb Jahre später: Anklage nach Angriff auf jüdischen Wirt in Chemnitz

Dem Rechtsextremisten werden gefährliche Körperverletzung und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen

 14.01.2021