Fußball

Trotz Vorwürfen: Marciniak leitet Finale

Echte Reue? Szymon Marciniak Foto: picture alliance / DeFodi Images

Trotz der Vorwürfe einer Anti-Rassismus-Gruppe wird der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak das Champions-League-Finale leiten. Die Europäische Fußball-Union UEFA nahm eine Entschuldigung und Klarstellung des 42-Jährigen an und bestätigte ihn am Freitag als Referee des Endspiels. Am 10. Juni in Istanbul treffen dort Manchester City und Inter Mailand aufeinander.

Der Verein »Nie wieder« hatte den Schiedsrichter zuvor aufgefordert, sich von »rechtsextremen Aktivitäten« zu distanzieren. Im Kern ging es um die Teilnahme Marciniaks an einer entsprechenden Veranstaltung des Politikers Slawomir Mentzen von der rechtsnationalen und euroskeptischen Partei »Konfederacja«. Marciniak schrieb, wäre ihm der Bezug klar gewesen, hätte er die Einladung kategorisch abgelehnt.

»Ich möchte mich aufrichtig für meine Beteiligung und den dadurch verursachten Ärger oder Schaden entschuldigen«, sagte Marciniak in dem UEFA-Statement. Er sei in die Irre geführt worden und sich der wahren Natur der fragwürdigen Veranstaltung am 29. Mai in Kattowitz nicht bewusst gewesen. »Ich hatte keine Ahnung, dass sie mit einer polnischen rechtsextremen Bewegung in Verbindung stand.«

Marciniak hatte an der Wirtschaftskonferenz »Everest« als Gastredner teilgenommen. Zu den Organisatoren der Veranstaltung gehörte auch Mentzen, einer der Chefs der rechtsnationalen Partei »Konfederacja«. »Wir wollen keine Juden, Homosexuellen, Abtreibung, keine Steuern und keine EU« - so hatte Mentzen 2019 das Programm seiner Partei zusammengefasst. 

Zuvor hatte der polnische Fußballverband den Referee wegen seiner Teilnahme an dem umstrittenen Event bereits in Schutz genommen. In der Erklärung hieß es, Marciniak habe auf dem Wirtschaftstreffen einen 40-minütigen Vortrag zu Motivation gehalten. Er kenne Mentzen nicht und habe mit ihm auch nicht gesprochen.

Die UEFA erklärte, die Vorwürfe seien mit größter Ernsthaftigkeit geprüft worden. Man habe sich zudem an den Verein »Nie wieder« gewandt, hieß es weiter. Demnach soll auch »Nie wieder« nun zum Schluss gekommen sein, dass Marciniak Schiedsrichter des Endspiels bleibt. »Sie forderten, dass Herr Marciniak in seiner Rolle als Schiedsrichter für das bevorstehende UEFA-Champions-League-Finale bleiben solle, da sein Ausschluss die Bemühungen gegen Antidiskriminierung untergraben würde.« 

Eine nähere Begründung dazu lieferte die UEFA nicht. Marciniak selbst hob sein Engagement im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball hervor. Er verpflichte sich, aus dieser Erfahrung zu lernen, damit es ihm in Zukunft nicht mehr passiere.

Staatsbesuch

Kanzler Merz reist am nächsten Wochenende nach Israel

Das Datum steht: Bundeskanzler Merz reist in gut einer Woche zum Antrittsbesuch nach Israel. Der Gaza-Krieg hatte die Reise verzögert, durch die Waffenruhe wird sie jetzt möglich

 28.11.2025

Berlin

Anschlag auf israelische Botschaft geplant? Prozess beginnt

Ein mutmaßlicher IS-Unterstützer kommt vor Gericht. Der Prozess gegen den inzwischen 19-Jährigen beginnt am Montag

 28.11.2025

Brüssel

Weimer warnt vor Antisemitismus und Ausgrenzung beim ESC

Der Kulturstaatsminister will darüber mit seinen europäischen Kollegen sprechen

 28.11.2025

Eurovision Song Contest

Spanien bekräftigt seine Boykottdrohung für ESC

Der Chef des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE gibt sich kompromisslos: José Pablo López wirft Israel einen »Genozid« in Gaza und Manipulationen beim Public Voting vor und droht erneut mit dem Austritt

 28.11.2025

USA

Mehrheit der Juden blickt nach Mamdani-Sieg mit Sorge nach New York

Eine Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, Mamdani sei sowohl antiisraelisch als auch antisemitisch

 28.11.2025

Berlin

Israel, der Krieg gegen die Hamas und die Völkermord-Legende

Der israelische Militärhistoriker Danny Orbach stellte im Bundestag eine Studie und aktuelle Erkenntnisse zum angeblichen Genozid im Gazastreifen vor – und beklagt eine einseitige Positionierung von UN-Organisationen, Wissenschaft und Medien

 27.11.2025

USA

Staatsanwaltschaft rollt den Fall Etan Patz neu auf

Der jüdische Junge Etan Patz verschwindet am 25. Mai 1979 auf dem Weg zur Schule. Jahre später wird er für tot erklärt

 27.11.2025

Debatte

Neue Leitlinie zum Umgang mit NS-Raubgut für Museen und Bibliotheken

In Ausstellungshäusern, Archiven und Bibliotheken, aber auch in deutschen Haushalten finden sich unzählige im Nationalsozialismus entzogene Kulturgüter. Eine neue Handreichung soll beim Umgang damit helfen

von Anne Mertens  27.11.2025

Düsseldorf

Breite Mehrheit im Landtag wirbt für Holocaust-Zentrum in NRW

Große Mehrheit im NRW-Landtag: Fast alle Fraktionen werben für NRW als Standort eines vom Bund geplanten Holocaust-Bildungszentrums. Bayern und Sachsen sind ebenfalls im Rennen

von Andreas Otto  27.11.2025