Großbritannien

Tory-Abgeordneter nach Holocaust-Vergleich suspendiert

Suspendiert: Parlamentsmitglied Andrew Bridgen Foto: picture alliance / empics

Nach einem Holocaust-Vergleich ist ein konservativer britischer Abgeordneter von seiner Parlamentsfraktion suspendiert worden. Andrew Bridgen habe in seiner Kritik an Corona-Impfungen »eine Linie überschritten« und Falschinformationen verbreitet, sagte Simon Hart, der bei den Tories für die Fraktionsdisziplin zuständige »Chief Whip« am Mittwoch.

Zuvor hatte Bridgen eine angebliche Statistik zu Nebenwirkungen von Corona-Impfungen getwittert und dazu geschrieben: »Wie mir ein beratender Kardiologe sagte, ist dies das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem Holocaust.«

Schaden Hart betonte: »Als Nation sollten wir sehr stolz darauf sein, was mit dem Impfprogramm erreicht wurde. Der Impfstoff ist die beste Verteidigung gegen Covid, die wir haben.« Fehlinformationen richteten Schaden an und kosteten Leben. »Ich entziehe Andrew Bridgen daher mit sofortiger Wirkung die Fraktionszugehörigkeit, bis eine formelle Untersuchung eingeleitet wird«, sagte das Kabinettsmitglied.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Karen Pollock, Geschäftsführerin des britischen »Holocaust Education Trust«, betonte in einem Statement, was für ein gravierendes Menschheitsverbrechen die Schoa gewesen ist. »Es ist entsetzlich, dass diese Schrecken wieder einmal von Anti-Vaxxern vereinnahmt werden. Andrew Bridgens Worte waren höchst unverantwortlich, völlig unangemessen und ein gewählter Politiker sollte es besser wissen«, sagte Pollock.

Auch die ehemalige Knesset-Abgeordnete Michal Cotler-Wunsh (Blau-Weiß) zeigte sich schockiert. Auf Twitter nannte sie den Vergleich Bridgens eine »inakzeptable Verwendung und Verzerrung des Holocausts«. Er offenbare »das Ausmaß der Mutation und Durchdringung eines giftigen, alt-neuen Hasses« und schüre den Antisemitismus.

Der 58-jährige Bridgen war erst am Vortag für fünf Arbeitstage aus dem Parlament ausgeschlossen worden, weil er gegen Vorschriften zur Offenlegung finanzieller Interessen verstoßen hatte. dpa/ja

Nahost

Israelische Luftwaffe warf bisher mehr als 5000 Bomben auf Iran ab

Israelische Militärs gehen davon aus, dass der Krieg noch ein bis zwei Wochen andauern wird

 05.03.2026

Berlin

13 Jahre Haft nach Messerattacke am Holocaust-Mahnmal

Die Gedenkstätte im Herzen Berlins erinnert an die Ermordung der Juden und zieht viele Touristen an. Der Angreifer soll den Ort gezielt ausgesucht haben

 05.03.2026 Aktualisiert

Nahost

CIA prüft Bewaffnung kurdischer Kräfte für möglichen Aufstand im Iran

Kontakte sollen sowohl zu iranischen Oppositionsgruppen als auch zu kurdischen Akteuren im Nordirak bestehen. Kurdische Milizen verfügen in der Grenzregion über mehrere tausend Kämpfer

 05.03.2026

Tel Aviv

Israel lockert Schutzmaßnahmen, Raketenbeschuss aus dem Iran deutlich zurückgegangen

Heute soll die Einstufung von »essenzieller Aktivität« auf »begrenzte Aktivität« herabgesetzt werden

 05.03.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  05.03.2026 Aktualisiert

USA

»Amerika gewinnt: entschlossen, verheerend und ohne Gnade«

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass die USA sich alle nötige Zeit nehmen würden, um den Krieg zu gewinnen

 05.03.2026

Pentagon

USA wollen Taktik im Iran-Krieg ändern

Seit vier Tagen attackieren amerikanische Truppen Ziele im Iran, jetzt sollen sie ihre Herangehensweise ändern

 04.03.2026

Nahost

Containerschiff in Straße von Hormus von Geschoss getroffen

Die Meeresenge zwischen dem Persischem Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Die iranischen Revolutionsgarden scheinen mit ihren Drohungen ernst zu machen

 04.03.2026

Krieg

Historischer Einsatz

US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu halten Wort: Sie lassen die Iraner nicht allein. Nach der Tötung des Despoten Ali Chamenei ist der Weg zur Freiheit geebnet

von Saba Farzan  04.03.2026