Einspruch

Tödlicher Individualismus

Daniel Killy Foto: Weser Kurier, Volker Crone

Einspruch

Tödlicher Individualismus

Daniel Killy warnt vor den gesellschaftlichen Folgen des »Domestic Terrorism« in den USA

von Daniel Killy  03.01.2020 10:32 Uhr

Amerika hat nicht nur ein Populismus-Problem, wie es das Verhalten seines Präsidenten und dessen Partei annehmen ließe. Die USA haben ein Problem mit dem Phänomen des »Domestic Terrorism«.

Diese Art des Terrors ist unabhängig von einer speziellen Ideologie. Sie basiert auf tödlichem Individualismus. Jeder Wirrkopf hat im Land der absoluten Meinungsfreiheit, in dem auch die menschenverachtendsten Hirngespinste unter dem Schutz des First Amendment stehen, die Möglichkeit, den sektiererischsten Gewaltfantasien nachzuhängen – und dennoch unter dem Schutz der freien Rede zu stehen.

»einzeltaten« Bei labilen Personen, ob jetzt psychisch krank, wie im Fall von Monsey naheliegend, oder nicht, verdichten sich Rassenhass und mörderische Pamphlete dann eben auch zu fatalen »Einzeltaten«. Besonders beliebte Opfer sind dabei Juden – oder das, was die heimischen Solitär-Terroristen eben dafür halten: orthodoxe Menschen, weithin durch ihre Kleidung sichtbar als solche zu erkennen.

Auffällig ist, dass neben den »üblichen« rechtsradikalen Attacken auch vermehrt afroamerikanische Attentäter von sich reden machen. Das mag an der Vielzahl antisemitischer Organisationen liegen, die für sich reklamieren, schwarze Bürgerrechtsbewegungen zu sein, wie etwa Louis Farrakhans »Nation of Islam« oder auch die »Black Hebrew Israelites«, deren Anhänger hinter dem Massaker von New Jersey standen. Der Kern des Hasses ist natürlich, wie so häufig, sozial bedingt. Hier die Geschichte des weißen Rassismus gegenüber den schwarzen Amerikanern, dort bis heute teils unerträgliche soziale Verhältnisse, die sich im Hass gegenüber vermeintlich Bessergestellten entladen.

Es ist höchste Zeit, dass sich die Menschen in den USA daran erinnern, dass die Bürgerrechte, die in den 50er- und 60er- Jahren für die Schwarzen des Landes erreicht wurden, gemeinsam mit Amerikas Juden erstritten wurden. Einen weiteren Keil, der zwischen seine ethnischen Gruppen getrieben wird, kann Amerikas ohnehin tief gespaltene Gesellschaft nicht verkraften.

Der Autor ist freier Journalist in Hamburg.

Nach Berlin-Wahl

Generalstaatsanwältin: Kriminelle suchen Kontakt zur Politik

Ein Clan-Oberhaupt feiert nach dem Wahlerfolg der Linken mit der Partei. Ein Zufall? Die Chefin der Berliner Staatsanwaltschaften sieht ein typisches Muster

 30.09.2026

Rostock

Internationaler Polizeieinsatz gegen Nazi-Musik

Zahlreiche Polizisten durchsuchen zahlreiche Objekte. Die Beamten sind in mehreren Bundesländern im Einsatz

 30.09.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Saudi-Arabien/Israel

Passagierflugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv notgelandet: Was bisher bekannt ist

Ein Überblick

 30.09.2026 Aktualisiert

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Hessen

Mutmaßlicher IS-Kämpfer festgenommen

In Nordhessen wird ein Mann festgenommen, der für den IS gekämpft haben soll. So lautet der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Jetzt soll ein Richter über die U-Haft entscheiden

 30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 30.09.2026 Aktualisiert

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026