Einspruch

Teherans Terror ist grenzenlos

Kein Mensch wird wissen, ob wir kurz vor einem israelisch-amerikanisch-britischen Angriff auf die iranischen Atomanlagen stehen, der jetzt erfolgen muss, ehe der Iran die Bombe hat (mit Folgen, die unabsehbar wären). Oder handelt es sich bei den Drohungen um ein weiteres diplomatisches Manöver? Die Wahrheit dürfte sein, dass jene Politiker, die hier das letzte Wort zu sprechen haben – also Benjamin Netanjahu und sein Kabinett, Barack Obama und seine Mannschaft, David Cameron und seine Minister –, selbst noch unentschlossen sind.

Im Gegensatz zu ihnen wissen manche deutsche Journalisten freilich schon jetzt ganz genau Bescheid: »Israel setzt auf Brachial-Diplomatie«, heißt es da. Und es wird über ein »Schurkenstück mit Pauken und Trompeten« geschrieben. Ein Kommentar endet gar mit der Hoffnung, »dass sich die Dinge in der nahöstlichen Krisenregion zum Besseren wenden« – dass also Israel klein beigeben möge. Die Gefahr, dass wir es in diesem Fall mit einem nuklear bewaffneten Ajatollah-Staat zu tun bekommen könnten, wird dabei nicht einmal erwähnt.

Salman Rushdie Das Merkwürdige an solchen Kommentaren: Sie alle beruhen auf der stillschweigenden Annahme, nur Israel müsse sich vom Iran bedroht fühlen und sonst niemand. Die Islamische Republik Iran hat in der Vergangenheit aber hinlänglich klargemacht, dass sie keine Staatsgrenzen kennt, nur ihre weltrevolutionäre Mission. Erinnern wir uns an das Todesurteil gegen Salman Rushdie, einen britischen Staatsbürger; erinnern wir uns an die Bombardierung des jüdischen Gemeindezentrums in Buenos Aires; erinnern wir uns an das »Mykonos«-Attentat, das auf deutschem Boden stattfand.

Der Iran hat sich von Nordkorea Raketen liefern lassen, die weiter und immer weiter reichen. Die Shahab fliegt über 1.500 Kilometer. Wer sagt, dass es bei dieser Reichweite bleiben wird? Wie kommen die Europäer also auf die irre Idee, nur das kleine Israel sei bedroht und es gehe am Ende nicht auch um sie?

Debatte

Warum werden Israels Fehler laut, der mörderische Judenhass seiner Feinde aber allzu oft nur sehr leise benannt?

Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff

von Stephan-Andreas Casdorff  26.05.2026

Teheran

Bericht: Internetsperre im Iran teilweise aufgehoben

Nach mehr als zwei Monaten ist das Internet im Iran laut einem Bericht teilweise wieder erreichbar. Ob die Aufhebung der Sperre dauerhaft bleibt, ist noch offen

 26.05.2026

Texas

»Ich bin gegen zionistische Juden«: Schwere Vorwürfe gegen Kandidatin der Demokraten

Maureen Galindo will ein »Gefängnis für amerikanische Zionisten« einrichten

 26.05.2026

Förderung

Bundesrechnungshof rügt Auswärtiges Amt wegen Geld für Islamic Relief

Islamic Relief Deutschland präsentiert sich als humanitäre Hilfsorganisation. Und erhielt Förderung des Auswärtigen Amtes. Der Bundesrechnungshof rügt das: Es gebe Verbindungen zur Muslimbruderschaft

von Christoph Arens  26.05.2026

Mexiko-Stadt

Mexiko nimmt iranische Nationalmannschaft während der WM auf

Präsidentin Claudia Sheinbaum sagt, die USA hätten angefragt, ob die Iraner in ihrem Land übernachten könnten. »Und wir haben gesagt: Ja, ohne Problem, wir haben damit überhaupt kein Problem.«

 26.05.2026

Teheran

Irans Präsident ordnet Freischaltung des Internets an

Während des Krieges wollte das Regime offenbar verhindern, dass Berichte, Bilder über das Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die Stimmung im Land in sozialen Medien verbreitet werden

 26.05.2026

Bilbao/Wien

Festnahmen und Tumulte um Gaza-Flottillen-Aktivisten in Spanien und Österreich

Teils chaotische Szenen mit Rangeleien und dem Einsatz von Gewalt durch Sicherheitskräfte werden von den Flughäfen in Bibao und Wien gemeldet

 26.05.2026

Dresden

Wegen Betrugs und Geldwäsche: Bewährungsstrafe für Rabbiner

Das Amtsgericht Dresden hat sein Urteil gesprochen: Ein 41-jähriger Rabbiner wurde der Beihilfe zum Betrug für schuldig befunden

 26.05.2026

Nahost

USA greifen iranische Ziele an

Das US-Zentralkommando spricht von begrenzten Einsätzen, die »vorerst abgeschlossen« worden seien. Derweil warnt Außenminister Rubio das Teheraner Regime

 26.05.2026