Protest

Tausende gehen bundesweit für AfD-Verbot auf die Straße

Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl in Berlin am späten Sonntagnachmittag auf rund 4000, die Veranstalter sprachen von etwa 7500 Demonstranten. Foto: picture alliance/dpa

Bei einem bundesweiten Aktionstag haben Menschen in zahlreichen deutschen Städten für ein Verbot der AfD demonstriert. Aufgerufen zu den Kundgebungen unter dem Motto »Keine Ausreden mehr – AfD Verbot jetzt« hatten das Netzwerk »Zusammen gegen rechts« und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen.

In Berlin fand die zentrale Kundgebung am Brandenburger Tor statt. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl am späten Nachmittag auf rund 4000, die Veranstalter sprachen von etwa 7500 Demonstranten. In München gingen laut Polizei etwa 2500 Menschen auf die Straße. Insgesamt waren Kundgebungen in mehr als 60 Städten angekündigt. 

Die Organisatoren fordern Bundestag, Bundesrat und die neue Bundesregierung auf, ein Verbotsverfahren gegen die AfD vor dem Bundesverfassungsgericht einzuleiten. Die AfD sei eine konkrete Gefahr, die aber gestoppt werden könne, so die Initiatoren. Das Grundgesetz sehe das vor. Man dürfe nicht zuschauen und abwarten. »Wir müssen Demokratie und Grundrechte verteidigen.«

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD Anfang Mai zur »gesichert rechtsextremistischen Bestrebung« hochgestuft. Dagegen setzt sich die Partei mit einem Eilantrag zur Wehr. Bis zu einer Entscheidung des zuständigen Verwaltungsgerichts Köln legt der Inlandsgeheimdienst die neue Einstufung auf Eis und führt die AfD daher erst einmal weiter nur als sogenannten Verdachtsfall.

Politische Debatte über Chancen und Risiken eines Verbotsantrages

Die politische Debatte über Chancen und Risiken eines Verbotsantrages hat dadurch wieder an Fahrt gewonnen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bekräftigte in der »Welt am Sonntag« seine Skepsis: »Alle namhaften Rechtsexperten sagen, dass ein solches Verfahren nach jetziger Sachlage sehr schwierig sein würde und der Ausgang ungewiss.« 

Ähnlich äußerte sich CSU-Chef Markus Söder. »Ein Verbotsverfahren, das hielte ich für den falschen Weg«, sagte er der »Bild am Sonntag«. Ein entsprechendes Vorgehen wäre eine »übertriebene Reaktion«. »Nebenbei bemerkt weiß keiner, wie es ausgeht und dann gründet sich einfach eine neue Gruppierung. Man kann jetzt nicht dieses Spiel betreiben, alle drei Jahre eine Partei zu verbieten.«

Lesen Sie auch

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann wertete solche Äußerungen als Verharmlosung der AfD. »Wer sich wie Carsten Linnemann darauf ausruht, zu sagen, Protest oder Frustration könne man nicht verbieten, negiert die Gefahren, die von der AfD ausgehen, und verharmlost eine Partei, die unsere Verfassung angreift«, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Nötig sei umgehend eine Prüfung und zeitnah eine Einleitung eines Verbotsverfahrens. »Die CDU muss sich spätestens jetzt den Gefahren, die von der AfD ausgehen, stellen und sich klar positionieren.« dpa

Meinung

Rotes Fähnchen der Linken im antizionistischen Wind

Linken-Parteichef Jan van Aken bagatellisiert den Beschluss seiner Genossen in Niedersachsen zu Israel. Damit dürfte er nicht durchkommen

von Michael Thaidigsmann  16.03.2026

Rüstung

Ein Iron Dome »Made in Germany«?

Israel hat Deutschland Unterstützung beim Ausbau seiner Luftabwehr angeboten. Man könne sich vorstellen, den Iron Dome nicht nur zu liefern, sondern auch vor Ort zu produzieren, sagt der Chef des Rüstungskonzerns Rafael

von Ralf Balke  16.03.2026

Iran-Krieg

NATO-Staaten gegen Einsatz in Straße von Hormus

Könnte die NATO dabei helfen, die Straße von Hormus gegen iranische Attacken zu sichern? US-Präsident Donald Trump ist dieser Meinung, doch seine Alliierten zögern

 16.03.2026

Antisemitismus

Das sagt der Linken-Chef zum Büttner-Abgang

Der brandenburgische Antisemitismus-Beauftragte Andreas Büttner eckte in seiner Partei an. Jetzt verlässt er die Linke mit bitterer Kritik. Seine Partei erlebt die x-te Neuauflage einer Debatte

von Oliver von Riegen, Verena Schmitt-Roschmann  16.03.2026

Berlin

Hertie School: Studierendenvertretung verliert Misstrauensvotum

Nach einem Beschluss zur Unterstützung der gegen Israel gerichteten BDS-Bewegung haben die Studenten der privaten Hochschule ihre Vertretung abgewählt

von Joshua Schultheis  16.03.2026

Iran-Krieg

Deutschland will keinen NATO-Einsatz in der Straße von Hormus

Die US-Regierung macht Druck auf Nato-Partner, sich an der Absicherung einer wichtigen Seeroute in Nahost zu beteiligen. Berlin macht klar, dass man die Allianz gar nicht am Zuge sieht

 16.03.2026

Washington D.C.

Trump fordert militärische Unterstützung im Golf

Insbesondere von europäischen NATO-Staaten erwarte er konkrete Beiträge. Andernfalls drohe der NATO eine schwierige Zukunft, so der amerikanische Präsident

 16.03.2026

Thüringen

Jüdische Organisationen warnen vor »antisemitischer Provokation« in Buchenwald

Ein breites Bündnis wendet sich mit einer gemeinsamen Erklärung scharf gegen die Kampagne \»Kufiyas in Buchenwald\«

 16.03.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss der Miliz: Israel greift Hisbollah und iranisches Regime an

Die Lage im Überblick

 16.03.2026