NSU

Synagoge in Zschäpes Visier

Innenraum der Synagoge Rykestraße Foto: Stephan Pramme

Die rechte NSU-Terrorzelle plante möglicherweise einen Anschlag auf die Synagoge Rykestraße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Das berichtet der Tagesspiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen Beweisantrag des Nebenkläger-Anwalts Yavuz Narin. Demnach soll ein Berliner Polizist angegeben haben, die mutmaßlichen Rechtsterroristen Beate Zschäpe und Uwe Mundlos im Mai 2000 in der Nähe der Synagoge beobachtet zu haben.

Narin vertritt im NSU-Prozess Angehörige des im Juni 2005 in München vom NSU erschossenen Griechen Theodoros Boulgarides. Der Anwalt geht davon aus, dass Zschäpe und Mundlos die Synagoge ausspähen wollten, um einen Anschlag zu verüben.

LKA Der von Narin als Zeuge benannte Polizist war am 7. Mai 2000 für den Objektschutz der Synagoge eingesetzt. Laut Beweisantrag fielen dem Beamten vor einem nahe gelegenen Lokal Beate Zschäpe und Uwe Mundlos auf. Sie sollen sich in Begleitung eines weiteren Mannes und einer Frau mit zwei Kindern befunden haben. Die Personen hätten an einem Tisch gesessen und seien mit einem Stadtplan beschäftigt gewesen. Später beobachtete der Polizist erneut Zschäpe und Mundlos in der Nähe des jüdischen Gotteshauses.

Narin stützt sich auf eine Aussage des Polizisten gegenüber dem Landeskriminalamt Berlin. Der Beamte hatte am Abend des 7. Mai 2000 die MDR-Sendung Kripo Live gesehen, in der die drei untergetauchten Thüringer Rechtsextremisten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe gezeigt wurden. Unmittelbar nach der Sendung wandte sich der Polizist an das Thüringer Landeskriminalamt und wurde am Tag darauf vom Berliner LKA vernommen. Bei einer Vorlage mehrerer Fotos erkannte er Zschäpe und Mundlos wieder.

Winfrid Wenzel, Pressesprecher der Polizei Berlin, sagte der Jüdischen Allgemeinen, für eine Bestätigung dieser Angaben sei es »noch zu früh«. Intern werde der Fall nun geprüft, man müsse aber abwarten, »welche weiteren Erkenntnisse die laufenden Ermittlungen und das Gerichtsverfahren zutage fördern«.

aussage Aufschluss geben könne etwa eine mögliche Aussage des Zeugen auch im Rahmen der Hauptverhandlung. Bislang spielte ein möglicher Bezug zu der Berliner Synagoge keine Rolle im NSU-Prozess.

Der Prozess findet seit dem 6. Mai 2013 am Oberlandesgericht München statt. Mehrere Personen sind angeklagt, Mitglied der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) und an deren Taten beteiligt gewesen zu sein. Beate Zschäpe muss sich unter anderem wegen Mittäterschaft in zehn Mordfällen, besonders schwerer Brandstiftung und Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten.

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026