Die britische Regierung soll den Vereinigten Staaten die Nutzung britischer Militärbasen für einen möglichen Luftschlag gegen den Iran verweigert haben. Laut einem Bericht der britischen Zeitung »The Times« ist diese Entscheidung ein zentraler Grund dafür, dass US-Präsident Donald Trump zuletzt öffentlich von seiner Unterstützung für britische Pläne zur Übergabe der Souveränität über die Chagos-Inseln abrückte.
Nach Angaben des Berichts hatten US-Planungen für einen Angriff auf den Iran die Nutzung des strategisch wichtigen Stützpunkts Diego Garcia im Indischen Ozean sowie der Luftwaffenbasis RAF Fairford in England vorgesehen. Beide Anlagen dürfen jedoch nur mit Zustimmung der britischen Regierung für militärische Operationen genutzt werden.
Premierminister Keir Starmer soll demnach Bedenken gehabt haben, ein solcher Angriff könne gegen internationales Recht verstoßen. Diese Sorge habe maßgeblich zur britischen Zurückhaltung beigetragen.
»Großer Fehler«
Trump hatte zuvor in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social gewarnt, Diego Garcia könne benötigt werden, falls Teheran kein Abkommen akzeptiere. Der Stützpunkt sei nötig, um mögliche Angriffe eines »hochgradig instabilen und gefährlichen Regimes« abzuwehren, die sich auch gegen Großbritannien richten könnten. Zugleich kritisierte Trump die britische Regierung scharf für die geplante Abgabe der Souveränität über die Inselgruppe. »Premierminister Starmer sollte Diego Garcia unter keinen Umständen aus der Hand geben«, schrieb Trump und sprach von einem »großen Fehler«.
Die Chagos-Inseln standen seit den 1960er Jahren unter britischer Kontrolle, nachdem Mauritius die Unabhängigkeit erlangt hatte. Damals wurden tausende Einwohner umgesiedelt, die später vor Gericht Entschädigungen einklagten. Trump bezeichnete diese Ansprüche als »fiktiv«.
Nach einer Vereinbarung aus dem Jahr 2025 soll Großbritannien die Souveränität über die Inselgruppe an Mauritius übertragen, den Stützpunkt Diego Garcia jedoch im Rahmen eines 99-jährigen Pachtvertrags behalten. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums verteidigte die Vereinbarung als »entscheidend für die Sicherheit des Vereinigten Königreichs und unserer wichtigsten Verbündeten« und betonte, sie sei der einzige Weg, die langfristige Nutzung des Stützpunkts zu sichern.
In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach widersprüchliche Signale aus Washington gegeben. Während das US-Außenministerium die Vereinbarung mit Mauritius zuletzt ausdrücklich unterstützte, hatte Trump sie zuvor als »große Dummheit« bezeichnet und sich vorbehalten, den Stützpunkt notfalls militärisch abzusichern. im