Meinung

Starke Pässe

Martin Krauß Foto: Stephan Pramme

Das amerikanische Onlinemagazin »Quartz« hat es so ausgedrückt: »It’s good to be German«. Der weinrote Reisepass, den die Bundesrepublik ihren Staatsangehörigen aushändigt, ist nämlich der »mächtigste Pass der Welt«. Ein Ranking, das die Londoner Firma Henley & Partners erstellt hat, weist aus, dass Bundesbürger visafrei in 177 Länder dieser Erde reisen können.

Die Liste der »mächtigen« oder »schwächlichen« Staatsdokumente ist aussagekräftig. Auf Platz zwei findet sich Schweden, Platz drei teilen sich Dänemark, Finnland, Italien, Spanien und die USA. Israel ist mit Platz 24 recht weit oben angesiedelt. Das Bürgerkriegsland Syrien liegt auf Platz 101, Jordanien auf 92.

Ranking Was dieses Ranking bedeutet, erschließt sich jedem, der im Ausland schon einmal Probleme hatte: Pass verloren, Geld gestohlen, mittellos in ein Krankenhaus eingeliefert oder gar entführt. In diesen Fällen zeigt sich, dass es bei aller Kritik über zahnlose europäische Außenpolitik von unbestreitbarem Vorteil ist, wenn sich das Auswärtige Amt aus Berlin der schwierigen Sache annimmt. Das holt seine Leute raus, weil es mit Nachdruck verhandeln kann und auch schon mal zu einer glaubwürdigen Drohung imstande ist.

Israelis wird in vielen Ländern der Welt oft die Einreise verweigert, und die diplomatische Vertretung und Betreuung muss oft von anderen Botschaften übernommen werden. Insofern überrascht vermutlich, dass Israels 25. Platz vor Russland (51), der Türkei (52) und auch vor dem Vatikan (31) liegt.

Aber neben der Überraschung und der berechtigten Klage, dass vieles im Argen liegt, steckt doch auch eine schöne Botschaft in der Statistik: Israel ist ein starker Staat, es hat sich im Laufe der Jahrzehnte Respekt erarbeitet, und die Diaspora hat allen Grund, es auch dann zu unterstützen, wenn man nicht einwandern möchte.

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt müssen Deutschland und andere Staaten den Druck weiter erhöhen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026

Berlin

Internationales Auschwitz Komitee fordert AfD-Verbotsverfahren

Eva Umlauf, die Präsidentin des Komitees sagt, die Partei müsse »endlich vor die Schranken des Bundesverfassungsgerichts« gebracht werden

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026

Ramallah

Scharia und Unterstützung für »Märtyrer«: PA veröffentlicht Verfassungsentwurf

In dem Entwurf, den Palästinenserpräsident Mahmud Abbas publizieren ließ, wird Jerusalem als »Hauptstadt des Staates Palästina« bezeichnet. Jüdische Bezüge werden im gesamten Text nicht erwähnt

 13.02.2026

München

Lauder fordert Abberufung von Francesca Albanese

Die UNO-Sonderberichterstatterin stehe für eine ideologische Agenda, die Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Botschaften transportiere, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

von Imanuel Marcus  13.02.2026