Berlin

Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf Synagoge

Foto: imago images/U. J. Alexander

Nach einem Flaschenwurf auf eine Synagoge in Berlin ermittelt der Staatsschutz des Landeskriminalamtes gegen einen 24-jährigen Mann. Der alkoholisierte Tatverdächtige und ein 23-jähriger Begleiter seien nach dem Vorfall in der Nacht zu Sonntag von Objektschützern festgehalten und der Polizei übergeben worden, teilte die Polizei am Sonntag in Berlin mit. Die gefüllte Bierflasche sei an einer Säule der Synagoge in der Oranienburger Straße im Bezirk Mitte zerbrochen, ohne diese zu beschädigen.

Die antisemitischen Vorfälle in Berlin und Deutschland insgesamt steigen stark an. Ende vergangenen Monats hatte der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) für das Jahr 2020 bundesweit deutlich mehr antisemitische Vorfälle dokumentiert. Mit 1909 waren es rund 450 mehr als im Vorjahr, als der Verband erstmals Zahlen vorlegte.

Zu den dokumentierten Vorfällen gehörten Angriffe, Sachbeschädigungen, Bedrohungen, aber auch antisemitische Beschimpfungen oder Kommentare etwa bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen oder im Internet.

Etwa die Hälfte der Fälle konnte keinem eindeutigen politischen Hintergrund zugeordnet werden. Rund ein Viertel (479) wurden als rechtsextremistisch oder rechtspopulistisch gewertet, weitere 247 dem verschwörungsideologischen Milieu zugerechnet. epd/ja

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