Zentralrat

Sorge um politisches Klima

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat die Veröffentlichung der kritischen Ausgabe von Adolf Hitlers Propagandaschrift Mein Kampf erneut verteidigt.

Die vom Münchner Institut für Zeitgeschichte herausgegebene Edition sei »nicht dazu geeignet, nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten«, sagte Schuster am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion über die Neuauflage in Würzburg: »Diese kommentierte Ausgabe nimmt kein Neonazi in die Hand.«

AFD Gleichzeitig äußerte Schuster seine Sorge, das politische Klima in Deutschland drifte in den vergangenen Wochen und Monaten teilweise in Richtung Rechtspopulismus und Rechtsextremismus ab: »Wir hören Umfragen, in denen die AfD bei Landtagswahlen im zweistelligen Bereich gesehen wird – mit Parolen, die sich jetzt gegen Flüchtlinge und Muslime wenden, die sich aber genauso gegen Juden wenden könnten.« Er sei sich »nicht sicher, wie sich das Klima in Deutschland weiter entwickeln wird«, sagte der 61-Jährige vor rund 400 Zuhörern im Würzburger Mainfranken-Theater.

Die kritische Edition von Mein Kampf mit rund 3500 Kommentaren wurde Anfang Januar in einer Auflage von 4000 Exemplaren veröffentlicht und war bereits am Erscheinungstag vergriffen. Mein Kampf wurde bis 1945 rund zwölf Millionen Mal verkauft und seither in fast alle Sprachen übersetzt. »Es ist eines der letzten Relikte aus dem Dritten Reich«, sagte Christian Hartmann, Projektleiter der kritischen Ausgabe. Er bezeichnete das Werk als Gegenrede zum »Lügengebäude« von Hitlers Ideologie.

Iran Die kritische Auseinandersetzung mit Hitlers Text sei unter anderem deshalb wichtig, weil Mein Kampf durch die Verbreitung im Internet und zahlreiche internationale Ausgaben ein weltweites Problem sei, so Hartmann weiter: »Er ist vor allem in Ländern verbreitet, die sich in irgendeiner Form gegen Israel positioniert haben. Im arabischen Raum und im Iran ist er in vielen Auflagen erhältlich.«

Der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal forderte eine didaktische Ausgabe für Lehrer, »damit sie den Ungeist des Dritten Reichs im Unterricht vorstellen und mit ihren Schülern einen Diskurs führen können«. Der ehemalige Würzburger Oberbürgermeister empfahl auch, die kritische Ausgabe »manchen Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zur Verfügung zu stellen, damit sie in der Lage sind, Diskussionen auf Augenhöhe zu führen«. epd

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026

Mehrere Männer bei einer Pressekonferenz der Polizei in Frankfurt, einer spricht in ein Mikrofon

Nach Eskalation

Einsatzleiter: Neue Gewalt-Dimension nach Demo in Frankfurt

Der Einsatzleiter der Polizei berichtet von einer »neuen Dimension der Gewalt«: Aus dem Pro-Palästina-Spektrum heraus sei es zu »immer massiveren Störungen und Angriffen auf Polizeikräfte« gekommen

 01.11.2026

Berlin

SPD-Prominente warnen vor Koalition mit der Berliner Linken

In einem offenen Brief sprechen sich Karl Lauterbach, Sigmar Gabriel, Franziska Giffey und Hunderte weitere Sozialdemokraten gegen Rot-Grün-Rot aus – vor allem wegen des Umgangs der Linken mit Antisemitismus

 01.11.2026

Mohsen Rezaei wirft bei einer Wahl im Iran seinen Stimmzettel in eine Urne

Iran-Krieg

Iran knüpft Gespräche mit den USA an sieben Bedingungen

Teheran stellt weiter Maximalforderungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit den USA. Im erneuten Kriegsfall droht Teheran mit dem Einsatz neuartiger Waffen

 01.11.2026

Annegret Kramp-Karrenbauer spricht bei der Kiel Security Conference

Antisemitismus in Deutschland

Kramp-Karrenbauer warnt vor Bündnissen mit Linken oder AfD

In Berlin hat die Linke die Wahl gewonnen, in Sachsen-Anhalt die AfD. Die frühere CDU-Chefin meint, das Leben vieler Menschen würde sich massiv verändern, wenn diese die Regierung übernähmen

 01.11.2026

Elif Eralp reißt beim Landesparteitag der Linken in Berlin einen Blumenstrauß in die Höhe

Regierungsbildung in Berlin

Koalitionsgespräche von Rot-Grün-Rot in Berlin vor dem Start

Trotz bundesweiter Kontroversen hat die Berliner Linke Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen zugestimmt. Nach dem Wochenende geht es los

 01.11.2026

Überwachungskameras an der Fassade der Synagoge in Hagen, links ein Davidstern

Antisemitismus

Judenfeindliche Straftaten mit islamistischem Motiv auf Rekordniveau

Seit 2023 steigen die Zahlen rasant an. Behörden in Deutschland registrieren immer mehr antisemitische Straftaten. Viele haben einen islamistischen Hintergrund

 01.11.2026

Vanessa Emde zwischen Teilnehmern einer Kundgebung vor dem Linke-Parteitag in Berlin

Regierungsbildung in Berlin

Linker Protest gegen Linke-Führung – Abgeordnete Emde dabei

Vanessa Emde steht wegen ihrer israelfeindlichen Positionen in der Kritik und könnte aus der Berliner Linksfraktion ausgeschlossen werden. Nun taucht sie auf einer Kundgebung am Parteitagsort auf

 01.11.2026

Als Batman verkleidete Person vor brennender Mülltonne in Frankfurt

Gewalt eskaliert

Krawalle und Plünderungen in Frankfurt

Nachdem die Polizei eine zunächst friedliche Demonstration junger Menschen auflöst, eskaliert die Lage auf der Zeil – in der Menge waren auch »Viva Palästina«-Rufe zu hören

 01.11.2026