Brit Mila

»So schnell wie möglich Rechtssicherheit«

Zur Beschneidung soll es eine gemeinsame Resolution geben. Foto: Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger

Der Bundestag will am kommenden Donnerstag, 19. Juli, auf einer Sondersitzung eine Resolution zum Thema Beschneidung beschließen. »Jüdisches und muslimisches Leben, Religion und Kultur müssen in Deutschland möglich sein. Dazu gehört die Beschneidung von Knaben«, sagte Volker Kauder zur Jüdischen Allgemeinen. Der CDU/ CSU-Fraktionsvorsitzende hat den parteienübergreifenden Beschluss initiiert. »Dafür muss so schnell wie möglich Rechtssicherheit geschaffen werden. Diese Botschaft soll der Bundestag durch eine Aufforderung an die Bundesregierung in der Sondersitzung zum Ausdruck bringen.«

Deutschland darf nicht das einzige Land sein, in dem Juden ihre Riten nicht ausüben dürfen, soll Bundeskanzlerin Angela Merkel im CDU-Bundesvorstand geäußert haben. »Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation«, so Merkel nach Informationen der Online-Ausgabe der »Financial Times Deutschland«.

Ähnlich äußerten sich der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und die frühere Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) zu dem umstrittenen Urteil des Landgerichts Köln: »Es kann nicht sein, dass jahrtausendealte Traditionen von Millionen von Menschen auf diese Weise in Deutschland infrage gestellt werden.«

Taten »Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass sowohl die Bundesregierung als auch die Oppositionsparteien – mit der bemerkenswerten Ausnahme der Linkspartei – jetzt entschlossen sind, unserem Wunsch zu folgen«, sagt Dieter Graumann. Der Präsident des Zentralrats der Juden hatte Briefe an die Bundeskanzlerin, den Innenminister, die Justizministerin, an alle Ministerpräsidenten und Fraktionsvorsitzenden im Bundestag geschrieben und eindringlich an sie appelliert, eine überparteiliche Gesetzesinitiative zu ergreifen. »Den Ankündigungen müssen jetzt aber auch schnell Taten folgen. Es muss klar werden, dass Beschneidung in Deutschland legal bleibt und jüdisches – und muslimisches – Leben hier willkommen ist«, so Graumann.

Das von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) geleitete Bundesjustizministerium prüft derzeit, ob die religiösen Riten durch ein Gesetz dauerhaft legalisiert bleiben können. Die Ministerin warnte aber im Bayerischen Rundfunk: »Man kann nicht einfach pauschal sagen: Jeder religiös motivierte Eingriff ist immer erlaubt.« Schließlich müsse eine Genitalverstümmelung bei Mädchen, auch wenn sie religiös begründet würde, verboten bleiben. Gleichzeitig wiederholte die FDP-Politikerin ihre Einschätzung, das Kölner Urteil sei singulär: »Man sollte nicht so tun, als hätte dieses Urteil weitgehende Bindungswirkung.«

Auf Kritik stieß der Vorschlag des CSU-Rechtspolitikers Thomas Silberhorn, die Beschneidung solle – wie die Abtreibung – verboten, aber straffrei bleiben. Der Generalsekretär der saarländischen CDU, Roland Theis, nannte das »abwegig und geschmacklos«, denn: »Das Signal an gläubige Juden, dass wir ihre Religionsausübung rechtlich wie die Tötung ungeborenen Lebens betrachten, darf so nicht stehen bleiben.«

Zustimmung findet das Kölner Urteil bislang beim rechtspolitischen Sprecher der Linkspartei, Raju Sharma: Es sei »im Kern eine zutreffende Güterabwägung«. Die Deutsche Kinderhilfe, eine kleinere Hilfsorganisation, warnte gar vor einem »Blankoscheck für religiös motivierte Kindesmisshandlungen«.

Nahost

Geschosse treffen Schiffe in und nahe Straße von Hormus

Noch fahren einige Schiffe durch die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und den iranischen Küsten. Aber die Passage wird langsam unberechenbar

 11.03.2026

London

Antisemitischer Angriff: Musikproduzent vor Auto gestoßen

Das Opfer sagt: »Er schrie die abscheulichsten Beleidigungen aus voller Kehle. ›Heil Hitler‹, ›Tod allen Juden‹, die widerwärtigsten Dinge.«

 11.03.2026

Teheran

Rätseln um Irans obersten Führer: Wo ist Chamenei junior?

Modschtaba Chamenei folgt als neuer oberster Führer im Iran auf seinen getöteten Vater. Doch es bleibt still um den neuen Religionsführer

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

Kanada

Nach Schüssen auf US-Konsulat: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für israelische Einrichtungen

Auch israelische und jüdische Einrichtungen müssen künftig noch intensiver bewacht werden

 11.03.2026

Washington

Weißes Haus verspricht Bericht zu Angriff auf Mädchenschule im Iran

Im Iran-Krieg wurden offenbar viele Schülerinnen getötet. Immer noch ist offiziell unklar, wer dafür verantwortlich ist. Das Weiße Haus verspricht Transparenz

 10.03.2026

Krieg

Reiseverband: Bald Ausreise aller Gäste aus Golfregion

Noch immer sitzen viele Urlauber infolge des Iran-Kriegs in der Golfregion fest. Reiseveranstalter arbeiten daran, sie trotz gesperrter Lufträume nach Hause zu bringen

 10.03.2026

Wiesbaden

Inflation unter zwei Prozent – aber Sorgen wegen Iran-Kriegs

Die Inflation in Deutschland fällt im Februar auf 1,9 Prozent. Der Iran-Krieg könnte die Preise aber wieder anheizen

 10.03.2026

Berlin

Merz: USA und Israel haben keinen Plan für Kriegsende

Der Kanzler verschärft erneut seine Tonlage und richtet mahnende Worte an zwei wichtige Partnerländer

 10.03.2026