Berlin

»Singularität des Holocaust negiert«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: Thomas Lohnes/Zentralrat der Juden

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat scharfe Kritik an dem Betreiber einer privaten Kapelle in Bayern geübt, in der Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust gleichgesetzt werden. »Mit dem entsetzlichen Vergleich in der Franz‐Graf‐Kapelle wird die Singularität des Holocaust negiert und der Massenmord an den europäischen Juden relativiert«, sagte Schuster der »taz«.

starfanzeige Auf Inschriften in der Kapelle im oberpfälzischen Pösing werden Schwangerschaftsabbrüche als »größter Völkermord in der Geschichte der Menschheit« und als »Holocaust« an ungeborenen Kindern bezeichnet. Die Kapelle gehört dem Landwirt Franz Graf, im Sommer 2018 feierte er bereits das zehnjährige Bestehen seiner Kapelle.

Das Landratsamt in Cham hatte nach eigenen Angaben schon 2009 Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen Graf gestellt. Das Verfahren wurde den Angaben zufolge von der Regensburger Staatsanwaltschaft aber eingestellt – mit der Begründung, dass es sich um eine zulässige Meinungsäußerung handele.  dpa

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