Meinung

Schweiz: Zeichen für den Sport

Die Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin ist in vollem Gang. In der Schweizer Delegation sorgte dabei im Vorfeld ein Athlet für Aufregung, der sportlich gesehen einen festen Platz hätte, in Berlin aber nicht am Start ist.

Das hat nichts mit Verletzung oder Doping zu tun, sondern mit Rechtsextremismus. Denn wohl zum ersten Mal überhaupt disqualifizierte der Schweizer Leichtathletik-Verband einen Sportler wegen dessen politischen Ansichten.

affen Der 29-jährige Sprinter Pascal Mancini machte nämlich in Sozialen Medien keinen Hehl daraus, wo seine Sympathien liegen: in rassistischen und antisemitischen Kreisen. Also Kreise, für die etwa der WM-Triumph der französischen Fußballer ein »Sieg der Affen« war; entsprechende Facebook-Einträge teilte Mancini gleich mehrere Male.

Solche Ansichten sind eine Ohrfeige für die dunkelhäutigen Athleten im Schweizer Team, mit denen Mancini in der Staffel hätte starten sollen. Der Verband zog ihn zunächst nur aus der Staffel zurück, wollte ihn aber im Einzelwettbewerb starten lassen.

Doch die Fakten sprachen eine (zu) eindeutige Sprache. Denn Mancini, so fanden Schweizer Medien heraus, ist ein Wiederholungstäter: Bereits 2014 hatte er mit dem sogenannten Quenelle-Gruß provoziert, der unter französischen Antisemiten beliebten »Weiterentwicklung« des Hitlergrußes. Und auch sonst bewegt er sich in einschlägigen Kreisen und vertritt entsprechende Positionen.

KONSEQUENT Offiziell verwarnt, versprach Mancini damals, nach dem Vorfall 2014, Besserung. Ein Versprechen, dass er nun vor der EM gebrochen hat. Der Verband hat darauf erfreulich konsequent reagiert: Pascal Mancini wurde nicht nur von der gesamten EM ausgeschlossen, sondern man hat ihm gleich auch noch die Lizenz entzogen.

Einsichtig hat das den Athleten nicht gemacht. Er sieht seine Disqualifikation nicht als Folge eines eigenen Fehlers, sondern als Verschwörung der Medien. Das passt ja.

Der Autor ist Journalist in Basel.

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026

New York

Berichte: Iran legt Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Kriegs vor

Die USA und der Iran verhandeln mit Hilfe von Vermittlern über die Zukunft der Straße von Hormus. Nun will die iranische Seite einen Vorschlag ins Spiel gebracht haben

 25.09.2026