Dresden

Sachsen erwägt Verbindungsbüro in Israel

Thomas Feist, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben, am Dienstag in Dresden Foto: picture alliance/dpa

Sachsen erwägt die Einrichtung eines eigenen Verbindungsbüros in Israel. Das Kabinett stehe seiner Anregung dazu positiv gegenüber, berichtete Thomas Feist, Beauftragter der Staatsregierung für das Jüdische Leben in Sachsen, nach der Kabinettssitzung in Dresden. Man habe dazu bereits Gespräche mit Nordrhein-Westfalen geführt, ob Sachsen an dessen Verbindungsbüro andocken könne. Feist bezifferte die jährlichen Kosten auf etwa 200.000 Euro.

Laut Feist zufolge könnte ein Verbindungsbüro vor allem mit Blick auf die Kooperation im Wissenschaftsbereich wichtig sein. Es gebe in Israel eine ausgezeichnete Bildungslandschaft: »Israel ist eine High-Tech-Nation.«

Feist hatte am Dienstag Kabinett seinen Jahresbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. Darin wird eine Bilanz zum jüdischen Lebens in der Gesellschaft und zu entsprechenden Aktivitäten und Maßnahmen gezogen. Auch eine Übersicht zu aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus und Formate zur Prävention finden sich im Bericht wieder.

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»Sachsen setzt ein klares Zeichen. Jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu unserem Freistaat. Der Bericht dokumentiert wichtige Fortschritte bei der Förderung jüdischer Kultur und beim Schutz vor Antisemitismus und macht zugleich deutlich, in welchen Bereichen unser gemeinsames Engagement noch verstärkt werden muss«, betonte Feist.

Kultusminister Conrad Clemens (CDU) äußerte sich besorgt über die hohe Zahl antisemitischer Straftaten in Sachsen. Das Landeskriminalamt habe das dritte Jahr in Folge mehr als 200 entsprechende Straftaten erfasst. »Das erfüllt uns mit großer Sorge und zeigt, wie wichtig sowohl Bildungsarbeit als auch konsequente Strafverfolgung bleiben.« Mit der Einrichtung einer Außenstelle der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Leipzig stärke Sachsen das aktive Netzwerk jüdischer Kultur und Bildungsarbeit im Freistaat.

Feist wurde auch danach gefragt, wie sicher jüdisches Leben in Sachsen ist. Dank massiver Polizeipräsenz sei es sicher, stellte der Beauftragte klar. »Und weil wir leider auch gezwungen sind, Gemeinderäume, Synagogen und so weiter sicherheitstechnisch aufzurüsten (…). Das heißt, das Leben ist sicher, aber die Bedingungen sind nicht diejenigen, die ich als Normalzustand akzeptieren möchte. Das muss ich auch ganz deutlich dazu sagen.« dpa

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