Israel/Frankreich

Rivlin an Macron: »Großes Bedauern« über Halimi-Urteil

Reuven Rivlin bei seinem Treffen mit Emmanuel Macron in Paris im März Foto: imago images/Le Pictorium

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat in einem Schreiben an seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron Kritik am Urteil des Kassationsgerichts in Frankreich geübt. Dieses hatte vergangene Woche Urteile unterer Instanzen bestätigt, denen zufolge dem Mörder der vor vier Jahren ermordeten Jüdin Sarah Halimi für seine Tat nicht der Prozess gemacht werden kann.

DROGENEINFLUSS »Mit großem Bedauern habe ich das Urteil des Kassationsgerichts zur Kenntnis genommen, welches die Entscheidungen der vorherigen Instanzen bestätigte, dass der Täter des antisemitischen, brutalen und schrecklichen Verbrechens an Sarah Halimi im strafrechtlichen Sinne nicht verantwortlich ist«, schrieb Rivlin gleich zuanfangs seines Briefes.

Halimi, eine 65-jährige Mutter dreier Kinder, war am 4. April 2017 im Pariser Osten zunächst misshandelt und dann vom Balkon ihrer Wohnung geworfen worden. Der Täter ist laut Medienberichten in psychiatrischer Behandlung. Er soll bei der Tat unter Drogeneinfluss gestanden haben.

BOTSCHAFT Am vergangenen Wochenende hatte es in mehreren Städten Frankreichs und in Israel Demonstrationen gegen das Urteil gegeben. Viele in der jüdischen Gemeinschaft sind aufgebracht darüber, dass der Täter sich keinem Strafprozess stellen muss.

In seinem auf Französisch abgefassten Brief dankte Rivlin Macron dafür, dass sich der französische Staatschef im Zuge des Urteils für eine Änderung des Strafrechts ausgesprochen hatte. Rivlin schrieb weiter, es gebe keine Debatte über die Tatsache, dass Halimi ermordet worden sei, weil sie Jüdin war.

»Deshalb muss alles daran gesetzt werden, um die klare Botschaft zu verbreiten, dass es keinerlei Toleranz geben kann im Angesicht von niederträchtigem Antisemitismus und Attacken auf Juden, weil sie Juden sind.« Der israelische Präsident dankte Macron abschließend für sein Engagement in diesem »gerechten und wichtigen Kampf«. mth

Debatte

Nach Rede zu Iran-Krieg: Spahn kritisiert Bundespräsidenten

Bundespräsident Steinmeier hatte den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig bezeichnet. Der Unionsfraktionschef hält das für anmaßend

 24.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 24.03.2026

Berlin

Urteil gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder erwartet

Die Terrororganisation Hamas soll in Europa Waffenlager haben, um Anschläge verüben zu können. Vom Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder erhoffte man sich auch weitere Erkenntnisse. Ist das gelungen?

 24.03.2026

Interview

»Geschichten, die Kindern guttun«

Die Jiddisch-Professorin Miriam Udel über Kinderliteratur, Ethik und Menschlichkeit

 24.03.2026

Meinung

Wie lange müssen wir noch so leben?

Seit Beginn des Iran-Kriegs werden jüdische Einrichtungen noch häufiger Ziel von Terrorattacken. Das Absurde ist: Dieser Zustand ist für Jüdinnen und Juden längst zur Norm geworden

von Laura Cazés  24.03.2026

Erinnerungskultur

Felix Klein verteidigt Wolfram Weimer gegen Buchenwald-Verbände

Zwei Angehörigen-Verbände wollen verhindern, dass der Kulturstaatsminister eine Rede in der Gedenkstätte Buchenwald hält. Mit ihrer Kritik würden sie sich selbst schaden, sagt der Antisemitismusbeauftrage

 24.03.2026

Kommentar

Bedingt lernfähig

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übt harte Kritik am Vorgehen der USA gegen den Iran. Über den Terror der Mullahs verliert er dagegen kein Wort – wieder einmal

von Ralf Balke  24.03.2026

Teheran

Bericht: Neuer Generalsekretär in Irans Sicherheitsrat

Nach der Tötung von Ali Laridschani ist im Iran ein neuer Generalsekretär für den mächtigen Nationalen Sicherheitsrat benannt worden. Das Amt bekleidet nun ein bisher eher Unbekannter

 24.03.2026

Nahost

Libanon weist iranischen Botschafter aus

Die Lage zwischen der Hisbollah und Israel spitzt sich immer weiter zu. Die Regierung in Beirut trifft nun weitere Maßnahmen, um den iranischen Einfluss einzudämmen

 24.03.2026