Washington D.C./Cambridge

Regierung erhöht finanziellen Druck auf Harvard

Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Im Streit mit amerikanischen Hochschulen will die US-Regierung der Elite-Universität Harvard weitere Fördergelder in Millionenhöhe vorenthalten. Acht Bundesbehörden kündigten an, der Uni Zuschüsse in Höhe von etwa 450 Millionen US-Dollar (etwa 403 Millionen Euro) zu streichen, wie die Task Force der US-Regierung zur Bekämpfung von Antisemitismus mitteilte.

Der Schritt erfolge zusätzlich zu den bereits aufs Eis gelegten 2,2 Milliarden US-Dollar an mehrjährigen Bundeszuschüssen. Zur Begründung hieß es in dem Statement unter anderem, dass die Universität mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts es wiederholt versäumt hätte, gegen Antisemitismus auf ihrem Campus vorzugehen.

Erst am Montag hatte Harvard-Präsident Alan Garber einen Brief an Bildungsministerin Linda McMahon veröffentlicht. Darin schrieb er, dass man sich einig sei bei Zielen wie der Notwendigkeit, Antisemitismus auf dem Campus zu beenden. Er kritisierte aber, dass die Regierung bereits unternommene Schritte der Uni dahingehend ignoriere.

Lesen Sie auch

Sie missachte zudem, dass sich Harvard an Gesetze halte, und gefährde mit ihrem Eingriff »in die verfassungsmäßigen Freiheiten privater Universitäten« das Erreichen der Ziele. Mit dem Brief reagierte Garber auf ein Schreiben der Bildungsministerin. Sie hatte den Uni-Präsidenten vergangene Woche darüber informiert, dass die Regierung Harvard keine neuen Fördermittel mehr gewähren werde.

Die Trump-Regierung hatte mehrere Universitäten, denen sie auch eine linksliberale Ausrichtung vorwirft, mit finanziellem Druck an die Leine genommen, um etwa Diversitätsprogramme zu stoppen. Anders als andere Hochschulen widersetzt sich Harvard weitreichenden Forderungen der US-Regierung, etwa zu Zulassungsverfahren, Verhaltensregeln und Personalentscheidungen. Die Uni geht auch juristisch gegen die Regierung vor. dpa/ja

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Sondierungen

Lauterbach gegen Rot-Grün-Rot in Berlin

Karl Lauterbach hält den Antisemitismusvorwurf gegen die Linke in Neukölln für gerechtfertigt. Dennoch warnt er vor einer Gleichsetzung mit der AfD

 09.10.2026

Washington D.C.

Trump: Bis zu den Midterms keine Angriffe auf Iran

Am 3. November wird in den USA gewählt. Medien berichteten über mögliche neue Angriffe gegen den Iran noch vor dem Urnengang. Dem widerspricht der Präsident nun

 09.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 09.10.2026 Aktualisiert

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026