Berlin

Rechtsradikale ködern Jugendliche über Social Media

Foto: imago images / Sven Simon

Rechtsextreme Gruppen erreichen Jugendliche zunehmend über Social-Media-Kanäle. Das geht aus dem Lagebericht »Rechtsextremismus im Netz« hervor, den Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Demnach dokumentierte das Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz 2018 und 2019 im Themenfeld Rechtsextremismus 1401 Fälle. Über 90 Prozent wurden in Social-Media-Angeboten festgestellt. Der Großteil der rechtsextremen Propaganda wurde auf Plattformen wie YouTube, Facebook, Twitter und Instagram gesichtet.

Alarmzeichen Giffey bezeichnete den Lagebericht als Alarmzeichen. Weil Kinder und Jugendliche selbstverständlich im Netz unterwegs seien, hätten Rechtsradikale nahezu ungehinderten Zugang zu den Kinderzimmern, sagte sie. Mit ihren Angeboten knüpften rechtsradikale Gruppen an die Lebenswelt junger Menschen an, etwa durch Musik.

Mit der für dieses Jahr geplanten Reform des Jugendschutzgesetzes strebe sie eine effektivere Rechtsdurchsetzung an, auch gegenüber Anbietern mit Sitz im Ausland, erklärte die Ministerin.

Inhaltlich wurden neben rechtsextremer Musik Hetze und Hass gegen Muslime, Juden und Minderheiten wie Sinti und Roma verbreitet.

Dem Lagebericht zufolge wurden 2248 Gegenmaßnahmen eingeleitet. Die häufigsten Verstöße waren Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung. In 80 Prozent der Fälle wurde im direkten Kontakt mit den Providern eine Löschung oder Sperrung erreicht. Zehn Fälle wurden an das Bundeskriminalamt weitergegeben.

hetze Inhaltlich wurden neben rechtsextremer Musik Hetze und Hass gegen Muslime, Juden und Minderheiten wie Sinti und Roma verbreitet, wie es hieß. Außerdem nutzten Rechtsextreme das Netz auch zur Online-Mobilisierung für rechte Aufmärsche wie in Chemnitz im Sommer 2018 und zur gezielten Desinformation etwa nach Gewaltverbrechen.

jugendschutz.net ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Die Stelle recherchiert Gefahren und Risiken in Angeboten für Jugendliche und fordert Anbieter auf, diese auf Verstöße gegen den Jugendschutz zu überprüfen.  epd

Washington D.C.

Trump über Netanjahu: Er hat kein Urteilsvermögen

Der amerikanische Präsident beschwert sich über Israels jüngste Attacken auf Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt: »Warum musste Bibi einen verdammten Angriff durchführen?«

 15.06.2026

Nahost

USA und Iran vereinbaren Friedensabkommen – Straße von Hormus soll geöffnet werden

Die Hintergründe

 15.06.2026

Debatte

Laschet wirft EU-Außenbeauftrager Kallas Antisemitismus vor

Die EU-Außenbeauftragte hatte Israel mit Apartheids-Südafrika verglichen. Jetzt fordert der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag ihren Rücktritt

 14.06.2026

Hessen

Lehrer nach Kritik an Krieg in Gaza suspendiert

Seine Instagram-Posts über den Gaza-Krieg wurden ihm zum Verhängnis: Bereits seit Ende 2025 ist ein hessischer Gymnasiallehrer mit einem Dienstverbot belegt. Gerichte müssen klären, ob die Suspendierung des Pädagogen verhältnismäßig war

 14.06.2026

Wahlen

Wie CDU und SPD Ministerpräsidenten-Ämter im Osten verteidigen wollen

Die AfD will in Ostdeutschland nach der Macht greifen. CDU und SPD zeigen, wie sie den Kampf in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern aufnehmen wollen - und setzen unterschiedliche Akzente

von Christopher Kissmann, Iris Leithold, Verena Schmitt-Roschmann, Basil Wegener  14.06.2026

Wirtschaft

Hacker greifen staatliche Banken in Iran an

Ein Hackerangriff hat mehrere staatliche Banken im Iran getroffen. Zeitweise waren Online‑Zahlungen im ganzen Land gestört – ein weiterer Schlag gegen Irans ohnehin fragile Infrastruktur

 14.06.2026

Iran

Getöteter Ayatollah Chamenei soll am 9. Juli beerdigt werden

Die Beisetzung von Ajatollah Chamenei findet im Trauermonat Muharram statt – Millionen Menschen sollen Abschied nehmen. Unklar ist, ob sein Sohn und Nachfolger Modschtaba teilnimmt

 14.06.2026

Krieg

Wird noch heute ein Iran-Abkommen unterzeichnet?

Laut US-Präsident Trump und dem Vermittler Pakistan soll bereits heute eine erste Übereinkunft zur Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnet werden. Wird es tatsächlich dazu kommen?

 14.06.2026

USA

Trump wird 80: Verpufft seine Macht?

Seine Amtszeit ist geprägt von einem medialen Dauerfeuer: Überall Trump, Trump, Trump. Doch vor seinem 80. Geburtstag ist der Präsident eher zurückhaltend. Er hat inzwischen nicht nur ein Problem

von Anna Ringle  14.06.2026 Aktualisiert