EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 53 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 48 Sitze

Justiz

Rechtsmediziner sagen im Prozess gegen Synagogen-Attentäter aus

Prozess am Landgericht Magdeburg Foto: imago

Im Prozess gegen den antisemitischen Synagogen-Attentäter Stephan B. haben am Dienstag in Magdeburg mehrere Rechtsmediziner Auskunft zu den tödlichen Schussverletzungen der Opfer gegeben. Bei der Sektion seien bei der Leiche der 40-jährigen Jana L. elf Durchschüsse, drei Steckschüsse und vier Streifschüsse festgestellt worden, sagte ein Rechtsmediziner vor dem Oberlandesgericht Naumburg, das aus Sicherheits- und Platzgründen im Gebäude des Magdeburger Landgerichts verhandelt. Der Tod der Frau sei relativ schnell eingetreten. Der Rechtsmediziner sprach von Sekunden oder maximal einer Minute.

Bei dem 20-jährigen Kevin S. sei das Herz und die Lunge durchschossen worden, sagte ein Rechtsmediziner. Dies habe sofort zum Tod geführt. Ob der junge Mann bis zu den tödlichen Schüssen - zuvor war bereits auf ihn geschossen worden - noch etwas wahrnehmen konnte, konnte der Rechtsmediziner allerdings nicht einschätzen. Auf dem Video, das der Angeklagte während der Tat filmte und live ins Internet streamte, sei zu sehen gewesen, dass er nach den ersten Schüssen noch lebte.

Konkrete Anhaltspunkte für Kontaktpersonen, Mitwisser oder Unterstützer seien nicht gefunden worden, sagte ein 33-jähriger Kriminalhauptkommissar.

Zudem sagten zwei Polizisten des Polizeireviers Zeitz aus, die den Attentäter festgenommen hatten. Ein 54-jähriger Polizeibeamte und sein 59 Jahre alter Kollege hatten B. verfolgt, der sich mit einem zuvor in der Ortschaft Wiedersdorf erpressten Taxi auf der Flucht befand. An einer Baustelle endete die Flucht des 28-Jährigen. An der einspurigen Straße sei dem Angeklagten ein Lastwagen entgegengekommen und daneben habe sich eine Betonbegrenzung befunden, erklärten die Zeugen.

Stephan B. sei dann aus dem gestohlenen Taxi gestiegen und über die Baustellenbegrenzung gesprungen. Die Polizisten hätten ihn unter Androhung des Gebrauchs ihrer Dienstwaffen zum Stehenbleiben aufgefordert, ihm Handfesseln angelegt und festgenommen.

Den Livestream des Anschlags hätten drei Zuschauer zeitweise verfolgt, zwei in den USA und einer in Zürich.

Konkrete Anhaltspunkte für Kontaktpersonen, Mitwisser oder Unterstützer seien nicht gefunden worden, sagte ein 33-jähriger Kriminalhauptkommissar. Online-Kontakte hätten jedoch nicht mehr nachvollzogen werden können. B. soll unter anderem eine Bitcoin-Spende von einem Mark erwähnt haben. Dieser sei in den USA ermittelt und durch das FBI befragt worden, sagte der Zeuge.

Es habe aber nicht nachgewiesen werden können, dass es wirklich eine Überweisung zur Unterstützung der Tat gegeben habe. Den Livestream des Anschlags hätten drei Zuschauer zeitweise verfolgt, zwei in den USA und einer in Zürich. Sie seien wohl durch Zufall darauf gestoßen.

Vernommen wurde auch ein Zeuge, der sich zum Tatzeitpunkt auf dem Weg in Richtung Döner-Imbiss befand. Der 36-Jährige berichtete von drei Schüssen auf ihn, die er wahrgenommen habe. Danach habe er unter Schock gestanden und monatelang nicht arbeiten können.

Die Bundesanwaltschaft hat B. wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mehreren Fällen sowie weiterer Straftaten angeklagt.

Stephan B. hatte am 9. Oktober 2019 aus einer antisemitischen und rassistischen Motivation heraus einen Anschlag auf die Synagoge in Halle verübt. Weil es ihm nicht gelang, mit Sprengsätzen und Schusswaffen in die Synagoge zu gelangen, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und anschließend in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20-jährigen Mann.

Die Bundesanwaltschaft hat B. wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mehreren Fällen sowie weiterer Straftaten angeklagt. B. droht eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Der Prozess wird am 14. Oktober, am 3., 4., 17. und 18. November sowie am 1., 8., 9., 15. und 16. Dezember fortgesetzt

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026