Einspruch!

Rabiate Drohungen

Same procedure as every year. Mit dem Iran ist es wie mit »Dinner for one« an Silvester. Er liefert zuverlässig immer dasselbe – allerdings ist es weniger witzig. Sollte es iranische Strategie sein, die wegen des Atomprogramms nervöse Weltgemeinschaft zu beruhigen, dann geht sie gerade nicht auf.

Der Iran liefert mit Übergriffen auf ausländische Botschaften, Tests von Langstreckenraketen und Präsentationen von Marschflugkörpern eigentlich ununterbrochen negative Nachrichten. Vermutlich ist genau das Teherans Strategie. Im Wust der Ankündigungen, Propagandalügen, Schmeicheleien und Tiraden fällt gar nicht mehr so richtig auf, wie unglaublich jede einzelne der Aktionen ist, die der Iran sich leistet.

Ölpreise Die jüngste Ankündigung, der Welt mit der Blockade der Straße von Hormus eine wirtschaftliche Lebensader abzuklemmen, passt genau ins Profil. Die Drohung ist rabiat genug, dass die ersten Befürworter schärferer US-Sanktionen ins Wanken geraten. Können wir uns wirklich leisten, dass die Ölpreise explodieren oder gar ein Krieg in der Region ausbricht? Zugleich ist die Drohung irrational genug, dass man sie im Westen nicht wirklich ernstnehmen muss – schließlich würde der Iran seine eigenen Brennstoffimporte ins Stocken bringen.

Die Welt hat sich an dieses Regime gewöhnt, so wie man sich an den bellenden Hund von nebenan gewöhnt – so sehr, dass man es ihm sogar durchgehen lässt, dass er ab und zu beißt. Damit dieses Regime noch einen echten Schock auslöst, muss es vermutlich mindestens ein westliches Schiff im Persischen Golf versenken. Alles unterhalb dieser Schwelle kann Teheran sich offenbar leisten.

Neuerdings will das Regime wieder mit dem Westen über sein Atomprogramm sprechen. Und währenddessen bauen die Experten in den bekannten – und vermutlich auch in einigen völlig unbekannten – Anlagen weiter an der Bombe. Same procedure as every year.

Der Autor ist Chef vom Dienst beim Kölner Stadtanzeiger.

Extremismus

AfD: Björn Höcke zitiert abermals Nazi-Parole

Der AfD-Politiker Höcke ist wegen einer verbotenen Nazi-Parole bereits verurteilt worden. Jetzt prüft die Polizei einen neuen Vorfall. Doch Abgeordnete stehen unter besonderem Schutz

 06.02.2026

München

Jüdische Gemeinde erhält Drohbrief mit Patrone

Der Staatsschutz der bayerischen Polizei ermittelt

von Imanuel Marcus  06.02.2026

Berlin/Gießen

Nach Rede im Hitler-Stil: AfD will Mitglied rauswerfen

Mit seiner Rede, die an Adolf Hitler erinnerte, sorgte Alexander Eichwald beim AfD-Jugendkongress für Aufregung. Jetzt droht ihm der Parteiausschluss

 06.02.2026

Berlin

Julia Klöckner reist nach Israel

Die Bundestagspräsidentin will sich mit Regierungs- und Oppositionsvertretern austauschen, nach Yad Vashem und zum Nova-Festival-Memorial fahren

 06.02.2026

Kommentar

Strafanzeige als PR-Gag?

Laut und verwegen ist der Genozid-Vorwurf einer Schweizer Gruppierung gegen den Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis. Mit einer Rechtsdebatte hat es aber nichts zu tun

von Nicole Dreyfus  06.02.2026

Bundesrat Ignazio Cassis muss sich in Den Haag verantworten.

Den Haag

Schweizer Bundesrat wegen Völkermord angezeigt

Eine Gruppe Schweizer Anwälte wirft Außenminister Ignazio Cassis Beihilfe zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vor

von Nicole Dreyfus  06.02.2026

New York

Epstein-Dokumente befeuern antisemitische Verschwörungsmythen in sozialen Medien

Einer JTA-Recherche zufolge nutzen Rechtsextreme, aber auch Akteure aus anderen politischen Lagern, einzelne Passagen, um altbekannte Narrative über angebliche jüdische Machtstrukturen neu zu befeuern

 06.02.2026

Frankfurt am Main

Nach Antisemitismusvorwurf gegen RTL: Experte fordert Schulungen in Medien

Der Experte Samuel Stern fordert mehr Schulungen und Workshops gegen Antisemitismus in Medienhäusern und Fernsehsendern

 06.02.2026

London

Keir Starmer entschuldigt sich bei Epstein-Opfern

Der Premierminister: »Es tut mir leid, was Ihnen angetan wurde.«

 06.02.2026