Einspruch!

Rabiate Drohungen

Same procedure as every year. Mit dem Iran ist es wie mit »Dinner for one« an Silvester. Er liefert zuverlässig immer dasselbe – allerdings ist es weniger witzig. Sollte es iranische Strategie sein, die wegen des Atomprogramms nervöse Weltgemeinschaft zu beruhigen, dann geht sie gerade nicht auf.

Der Iran liefert mit Übergriffen auf ausländische Botschaften, Tests von Langstreckenraketen und Präsentationen von Marschflugkörpern eigentlich ununterbrochen negative Nachrichten. Vermutlich ist genau das Teherans Strategie. Im Wust der Ankündigungen, Propagandalügen, Schmeicheleien und Tiraden fällt gar nicht mehr so richtig auf, wie unglaublich jede einzelne der Aktionen ist, die der Iran sich leistet.

Ölpreise Die jüngste Ankündigung, der Welt mit der Blockade der Straße von Hormus eine wirtschaftliche Lebensader abzuklemmen, passt genau ins Profil. Die Drohung ist rabiat genug, dass die ersten Befürworter schärferer US-Sanktionen ins Wanken geraten. Können wir uns wirklich leisten, dass die Ölpreise explodieren oder gar ein Krieg in der Region ausbricht? Zugleich ist die Drohung irrational genug, dass man sie im Westen nicht wirklich ernstnehmen muss – schließlich würde der Iran seine eigenen Brennstoffimporte ins Stocken bringen.

Die Welt hat sich an dieses Regime gewöhnt, so wie man sich an den bellenden Hund von nebenan gewöhnt – so sehr, dass man es ihm sogar durchgehen lässt, dass er ab und zu beißt. Damit dieses Regime noch einen echten Schock auslöst, muss es vermutlich mindestens ein westliches Schiff im Persischen Golf versenken. Alles unterhalb dieser Schwelle kann Teheran sich offenbar leisten.

Neuerdings will das Regime wieder mit dem Westen über sein Atomprogramm sprechen. Und währenddessen bauen die Experten in den bekannten – und vermutlich auch in einigen völlig unbekannten – Anlagen weiter an der Bombe. Same procedure as every year.

Der Autor ist Chef vom Dienst beim Kölner Stadtanzeiger.

Nachruf

Trauer um Hubert Aiwanger

Der Freie-Wähler-Chef, bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister starb im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel

von Frederick Mersi  04.11.2026

Berlin

Antisemitische Schmierereien auf Skulpturen im Berliner Tiergarten

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

 04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

Berlin

Rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar

Linke, Grüne und SPD wollen erst im nächsten Jahr einen Koalitionsvertrag vorlegen. Und dann folgt noch ein Zwischenschritt

 04.11.2026

Koalitionsverhandlungen

Klingbeil fordert Linke auf, antisemitische Politiker rauszuwerfen

Bisher hat sich der SPD-Chef zurückgehalten, was die Berliner Koalitionsverhandlungen angeht. Jetzt macht er klar, was er von der Linken erwartet

 04.11.2026

USA

»Viele jüdische Wähler haben mit zugehaltener Nase abgestimmt«

Der jüdische Rechtsanwalt und Historiker Michael Traison über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms und die möglichen Folgen für Amerikas Beziehungen zu Israel

von Michael Thaidigsmann  04.11.2026

Midterm-Wahlen

Iran erfreut über Trumps Wahlniederlage

Nach der Wahlniederlage der Republikaner in den USA meldet sich die iranische Spitze. Auch vom obersten Führer Modschtaba Chamenei werden Worte veröffentlicht

 04.11.2026

Meinung

Her mit den Inhalten!

Ayala Goldmann freut sich über die Eröffnung der Jüdischen Akademie in Frankfurt und ist gespannt auf das Programm

von Ayala Goldmann  04.11.2026

Sachsen-Anhalt

Linke überlegt, Gegenkandidatin gegen Ulrich Siegmund aufstellen

Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund will im Dezember Ministerpräsident werden, doch ihm fehlen drei Stimmen für eine Mehrheit. Die Linke prüft, ob sie eine eigene Kandidatin ins Rennen schickt.

 04.11.2026