Terror

Rabbinerkonferenz empört über Zahlung an Olympia-Attentäter

Gady Gronich, Generalsekretär der Europäischen Rabbinerkonferenz (CER) Foto: CER

Terror

Rabbinerkonferenz empört über Zahlung an Olympia-Attentäter

Generalsekretär Gronich: »Ein Schlag ins Gesicht der Opfer und ihrer Angehörigen, die krude antisemitische Weltsicht des Terroristen und seinen Hass auf Israel noch zu alimentieren«

 08.10.2022 21:11 Uhr

Die Europäische Rabbinerkonferenz (CER) hat empört auf Berichte reagiert, wonach ein Olympia-Attentäter von 1972 für exklusive Nutzungsrechte an einem Interview sowie für Dokumente und Fotos 2000 US-Dollar erhalten hat. Ihm in einer TV-Dokumentation »eine Bühne zu bieten, ist schon skandalös genug«, sagte CER-Generalsekretär Gady Gronich am Samstag in München. »Ein Schlag ins Gesicht der Opfer und ihrer Angehörigen« sei es, seine »krude antisemitische Weltsicht und seinen Hass auf Israel noch zu alimentieren«.

Der flüchtige palästinensische Terrorist Mohammed Safady (69) hatte in der im September im Ersten ausgestrahlten vierteiligen Dokumentation »Tod und Spiele - München ‚72« den Überfall auf die israelische Olympia-Mannschaft in München und die Tötung der elf Sportler und eines bayerischen Polizisten geschildert.

Die Tat sei »heroisch« gewesen und habe erstmals die Welt auf das Schicksal des palästinensischen Volkes hingewiesen, sagte er in der Doku. Er bereue nichts. Jederzeit, so das frühere Mitglied der Terrorgruppe Fatah, würde er einen neuen Auftrag zur Ermordung von Juden übernehmen.

Nach RBB-Angaben leistete die Produktionsfirma der internationalen Doku die Zahlung. Die an der Produktion beteiligten ARD-Redaktionen seien über die einige Monate nach den Dreharbeiten getroffene und zeitlich begrenzte Vereinbarung von dem Produzenten nicht informiert worden, teilte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.

Zuvor hatte der »Focus« über den Fall berichtet. Erst durch die Anfrage des Magazins sei den ARD-Sendern die Zahlung bekannt geworden, erklärte der RBB weiter. Auch Verwandte der ermordeten israelischen Sportler reagierten laut »Focus« entsetzt auf die Nachricht.

Die ARD-Sender SWR, RBB (federführend) und der BR hätten ihre Beteiligung an der internationalen Produktion unter die Voraussetzung gestellt, dass keine Interviewhonorare an die zwei überlebenden Attentäter der Olympischen Spiele in München gezahlt würden, so der RBB.

Der Produzent habe mehrfach - auch schriftlich - versichert, dass keine Honorare gezahlt worden seien. »Ausschließlich branchenübliche Aufwände, insbesondere für Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen des Interviews mit einem der Attentäter« seien von der Produktionsfirma übernommen worden. kna

Bergen-Belsen

Bahn-Neubau: KZ-Gedenkstätte mahnt Abstand zu Gedenkort an

Die Bahn will voraussichtlich mit einem Neubau die Strecke zwischen Hamburg und Hannover ertüchtigen. An den Plänen gibt es auch Kritik. Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen sieht einen historischen Erinnerungsort in Gefahr

von Karen Miether  13.01.2026

Berlin

Wedl-Wilson: Kampf gegen Antisemitismus dauert lange

Ein Untersuchungsausschuss zur Vergabe von Fördermitteln für Antisemitismusprojekte unter Wedl-Wilsons Vorgänger, Joe Chialo, wurde eingesetzt

 13.01.2026

Proteste im Iran

Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung

Kanzler Merz hat die Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran bereits gestern mit scharfen Worten verurteilt. Jetzt geht er noch einen Schritt weiter

 13.01.2026

Konflikt mit Iran

Trump setzt auf Diplomatie, hält militärische Option aber offen

Der Präsident habe »nicht davor zurückgeschreckt, die tödliche Stärke des US-Militärs einzusetzen, wenn und falls er dies für notwendig hält«. Dies gelte auch weiterhin

 13.01.2026

Justiz

Melanie Müller und der Hitlergruß auf der Bühne: Das Landgericht Leipzig hat nun sein Urteil gesprochen

Die Schlagersängerin hatte bei einem Konzert in Leipzig mehrfach den Hitlergruß gezeigt

 12.01.2026

Jackson

Brandanschlag auf Synagoge in Mississippi

Zwei Torarollen hat das Feuer vollständig zerstört. Der Verdächtige wurde vom FBI gefasst. Er bezeichnete das Gebäude während eines Verhörs als »Synagoge Satans«.

 12.01.2026 Aktualisiert

Bayern

Kommunen müssen Antisemitismus-Verdacht alleine prüfen

Wenn der Verdacht des Judenhasses aufkommt, können Bayerns Kommunen jetzt Veranstaltungen in ihren Räumen untersagen. Um Gerichtsverfahren zu vermeiden, hatten sie um Hilfe gebeten - vergeblich, wie sich nun zeigt

 12.01.2026

Argentinien

Antisemitische Verschwörungstheorien nach Waldbränden

Der ehemalige General César Milani beschuldigt »Israelis«, für die Brände verantwortlich zu sein. Präsident Javier Milei spricht in Zusammenhang mit den Verschwörungsmythen von der »dunklen Seite Argentiniens«

 12.01.2026

Washington D.C.

Trump an Antisemiten: »Ich denke, wir mögen sie nicht«

In einem Interview sagt der amerikanische Regierungschef auch: »Ich war der beste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten für Israel.«

 12.01.2026