Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Foto: picture alliance / ANP

Bei einer Vorführung des Dokumentarfilms »NAZA« im niederländischen Delft ist es zu einem Eklat gekommen. Sabine Tassa, deren Ehemann und 17-jähriger Sohn beim Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisierte die Darstellung des Krieges in dem Film. Teile des Publikums reagierten darauf mit Zwischenrufen. Dies geht aus israelischen Medienberichten hervor.

Tassa war gemeinsam mit Avichai Shorshan, dem Geschäftsführer der israelischen Organisation Ad Kan, zu der Veranstaltung gereist. Zu Beginn der Vorführung versuchte Shorshan nach Angaben der Organisation, mit einem tragbaren Projektor Aufnahmen des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober auf der Kinoleinwand zu zeigen. Mehrere Zuschauer hätten ihn daran gehindert, die Bilder weiter vorzuführen.

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Anschließend ging Tassa selbst auf die Bühne. Sie wandte sich an die Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor, die bei der Veranstaltung nicht anwesend waren, und stellte die Darstellung der Ereignisse im Film infrage. »Sehen Sie mir in die Augen. Sie sprechen über Kollateralschäden? Mein Mann und mein Sohn wurden von der Hamas ermordet. Wo kommt das in Ihrem Film vor?«, sagte Tassa.

»Wir wollen das nicht hören«

Daraufhin riefen Zuschauer laut »Das ist uns egal«. Andere forderten Tassa mit den Worten »Wir wollen das nicht hören« auf, ihre Äußerungen zu beenden. Tassa erklärte später gegenüber »Ynet«, ihr Ehemann und ihr Sohn seien am 7. Oktober ermordet worden. Die Filmemacher von »NAZA« würden ihrer Ansicht nach auf Kosten der Toten, der israelischen Soldaten und der Kinder Bekanntheit erlangen.

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»Mein Ehemann und mein Sohn wurden am 7. Oktober ermordet. Die Macher von NAZA erlangen auf Kosten unserer Toten, unserer Soldaten und unserer Kinder Ruhm. Ein Paar privilegierte, selbstgerechte Kinder, deren Weg nach Hollywood mit Lügen gepflastert wird«, sagte sie.

Tassa erhob darüber hinaus schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Films. »Sie begehen Kriegsverbrechen und sollten so schnell wie möglich vor Gericht gestellt werden«, sagte sie. Ihre eigene Aufgabe sehe sie darin, gegen Antisemitismus zu kämpfen und die öffentliche Darstellung der Ereignisse zu verändern. »Das ist meine Mission. Das Volk Israel lebt und atmet.«

Wilders reagiert auf den Vorfall

Shorshan griff die Filmdarstellung ebenfalls scharf an. »Der Kollateralschaden, den dieser falsche Film für den Staat Israel verursacht, ist unvorstellbar. Diese Gehirnwäsche kann nur durch eine schnelle Anstrengung korrigiert werden, bei der die falschen Zeugen entlarvt und mit der Wahrheit konfrontiert werden«, sagte er. »Wir werden die Verbreitung von Antisemitismus in Europa nicht akzeptieren«, fügte Shorshan hinzu. »Wir werden weiterkämpfen.«

Am Donnerstag hatten die israelischen Streitkräfte (IDF) zu dem Dokumentarfilm detailliert Stellung bezogen und die meisten darin von anonymen Gesprächspartnern vorgetragenen Vorwürfe gegen die Armee entschieden zurückgewiesen. im

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