Dortmund

Polizei entfernt eine vermutlich antisemitische Schornstein-Stele

Die Gedenkstele für den von Rechtsextremisten ermordeten Mehmet Kubaşık in Dortmund. Foto: imago images / Cord

Erneut hat ein vermeintlich antisemitisches Kunstwerk zu einem Polizeieinsatz in Nordrhein-Westfalen geführt. Am Montagabend ließen Beamte eine gemauerte Stele in der Form eines Schornsteins mit der Aufschrift »Jedem das Seine« in Dortmund entfernen, wie die Polizei mitteilte.

Dieser Satz war auch auf dem Tor zum Konzentrationslager Buchenwald angebracht. In der Säule fanden die Ermittler den Angaben zufolge aber Zettel, auf denen die bislang unbekannten Initiatoren erklären, dass sie mit ihrem Kunstwerk an die Schrecken des Holocaust erinnern wollen.

IRRITATIONEN Das Bauwerk stand neben einem Gedenkstein für den Dortmunder Bürger Mehmet Kubaşık, der 2006 in Dortmund von der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ermordet worden war. Ähnliche Stelen hatten Ende Januar bereits in Köln für Irritationen gesorgt.

Sie standen unter anderem nahe einer Synagoge und einem weiteren Anschlagsort des NSU. Zahlreiche Menschen meldeten sich laut »Kölner Stadt-Anzeiger« bei der Stadt, weil sie einen antisemitischen Hintergrund vermuteten. kna/ja

Berlin

Späte Gerechtigkeit? Neue Schiedsgerichte zur NS-Raubkunst

Jahrzehnte nach Ende der Nazi-Zeit kämpfen Erben jüdischer Opfer immer noch um die Rückgabe geraubter Kunstwerke. Ab dem 1. Dezember soll es leichter werden, die Streitfälle zu klären. Funktioniert das?

von Cordula Dieckmann, Dorothea Hülsmeier, Verena Schmitt-Roschmann  29.11.2025

Interview

»Es ist sehr viel Zeit verloren gegangen«

Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, zieht eine Bilanz seiner Arbeit an der Spitze der »Beratenden Kommission NS-Raubgut«, die jetzt abgewickelt und durch Schiedsgerichte ersetzt wird

von Michael Thaidigsmann  29.11.2025

Interview

»Weder die Verwaltung noch die Politik stehen an meiner Seite«

Stefan Hensel hat seinen Rücktritt als Antisemitismusbeauftragter Hamburgs angekündigt. Ein Gespräch über die Folgen des 7. Oktober, den Kampf gegen Windmühlen und kleine Gesten der Solidarität

von Joshua Schultheis  29.11.2025

Meinung

Wenn ein Botschafter Schoa-Überlebende zu Lügnern erklärt

Tom Rose, neuer US-Botschafter in Warschau, hat in einer Rede die Komplizenschaft Tausender Polen während des Holocaust bestritten. Das ist fatal für das Ansehen der USA

von Menachem Z. Rosensaft  29.11.2025

Staatsbesuch

Kanzler Merz reist am nächsten Wochenende nach Israel

Das Datum steht: Bundeskanzler Merz reist in gut einer Woche zum Antrittsbesuch nach Israel. Der Gaza-Krieg hatte die Reise verzögert, durch die Waffenruhe wird sie jetzt möglich

 28.11.2025

Berlin

Anschlag auf israelische Botschaft geplant? Prozess beginnt

Ein mutmaßlicher IS-Unterstützer kommt vor Gericht. Der Prozess gegen den inzwischen 19-Jährigen beginnt am Montag

 28.11.2025

Brüssel

Weimer warnt vor Antisemitismus und Ausgrenzung beim ESC

Der Kulturstaatsminister will darüber mit seinen europäischen Kollegen sprechen

 28.11.2025

Eurovision Song Contest

Spanien bekräftigt seine Boykottdrohung für ESC

Der Chef des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE gibt sich kompromisslos: José Pablo López wirft Israel einen »Genozid« in Gaza und Manipulationen beim Public Voting vor und droht erneut mit dem Austritt

 28.11.2025

USA

Mehrheit der Juden blickt nach Mamdani-Sieg mit Sorge nach New York

Eine Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, Mamdani sei sowohl antiisraelisch als auch antisemitisch

 28.11.2025