Meinung

Orient, öffne dich!

Der Filz ist dick im Palästinensergebiet – das weiß die Welt. Aber etwas ist neu am Bestechungs- und Sex-Skandal um Rafik Husseini, Bürochef von Präsident Mahmud Abbas. Ein von der Regierung beauftragter Korruptionsbeamter nahm seinen Job so ernst, dass er bis zu den Obersten recherchierte und fündig wurde. Jedoch erst, als er den Israelis das belastende Video zuspielte, hörte man ihm zu. Abbas geriet unter Druck, suspendierte den Verdächtigen und setzte sogar eine Untersuchungskommission ein. Damit scheint ein Anfang gemacht. Endlich hackt eine Krähe der anderen ein Auge aus, werden Beweise nicht mehr schweigend unter dicke Orientteppiche gekehrt. Besonders bemerkenswert ist, dass sich eine Frau wegen sexueller Übergriffe beklagte. Dass sie, wie in vielen muslimischen Staaten üblich, nicht mundtot gemacht wurde, ist ein Hoffnungszeichen. Auf dem beschwerlichen Weg in Richtung Demokratie muss man sich mit solchen Moralverletzungen auseinandersetzen, sie anprangern. Nur so kann der Übergang zu einer offeneren Gesellschaft gemeistert werden. Dafür braucht es viele Menschen, die den Mut haben, Missstände publik zu machen. Gerade, wenn es um die politische Elite geht.

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026