Meinung

Orient, öffne dich!

Der Filz ist dick im Palästinensergebiet – das weiß die Welt. Aber etwas ist neu am Bestechungs- und Sex-Skandal um Rafik Husseini, Bürochef von Präsident Mahmud Abbas. Ein von der Regierung beauftragter Korruptionsbeamter nahm seinen Job so ernst, dass er bis zu den Obersten recherchierte und fündig wurde. Jedoch erst, als er den Israelis das belastende Video zuspielte, hörte man ihm zu. Abbas geriet unter Druck, suspendierte den Verdächtigen und setzte sogar eine Untersuchungskommission ein. Damit scheint ein Anfang gemacht. Endlich hackt eine Krähe der anderen ein Auge aus, werden Beweise nicht mehr schweigend unter dicke Orientteppiche gekehrt. Besonders bemerkenswert ist, dass sich eine Frau wegen sexueller Übergriffe beklagte. Dass sie, wie in vielen muslimischen Staaten üblich, nicht mundtot gemacht wurde, ist ein Hoffnungszeichen. Auf dem beschwerlichen Weg in Richtung Demokratie muss man sich mit solchen Moralverletzungen auseinandersetzen, sie anprangern. Nur so kann der Übergang zu einer offeneren Gesellschaft gemeistert werden. Dafür braucht es viele Menschen, die den Mut haben, Missstände publik zu machen. Gerade, wenn es um die politische Elite geht.

Debatte

Berliner CDU bietet Sondierungen an: Grüne und SPD lehnen ab

Die Hintergründe

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 03.11.2026

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Sachsen

Chemnitz und Zwickau gedenken der Opfer des NSU

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Die Terrorzelle lebte in Chemnitz und Zwickau im Untergrund. 2011 flog sie auf

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Meinung

Junge Jüdinnen und Juden stehen vor einem Dilemma

Wir sind genauso von den steigenden Preisen, der Wehrplichtdebatte und der Klimakrise betroffen, wie die Demonstranten vom Wochenende. Aber wir können und werden uns nicht mit Leuten gemein machen, die den Hass auf uns und auf Israel schüren

von Tim Kurockin  03.11.2026

Serbien

Botschafts-Attentäter plante auch Anschlag auf Jüdisches Museum in München

Dario N. wurde Ende Oktober bei einem Angriff auf die israelische Botschaft in Belgrad erschossen. Nur drei Monate zuvor war er aus Deutschland abgeschoben worden

 03.11.2026

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026