Islam

Oberrabbiner verurteilt Burka-Verbot in der Schweiz

Burka und Nikab sollen künftig in der Schweiz verboten sein Foto: imago images/Geisser

Als Angriff auf das Menschenrecht der Religionsfreiheit hat der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) und Oberrabbiner von Moskau, Pinchas Goldschmidt, den Ausgang des Referendums für ein »Burka-Verbot« in der Schweiz kritisiert.

»Der Hauptgrund solcher populistischen Bewegungen ist eine schweizerische Urangst: Es ist die Angst vor dem Fremden, es geht gegen Flüchtlinge, Migranten und in der Schweiz lebende religiöse Minderheiten«, erklärte er am Sonntagabend. Das Ergebnis sei ein alarmierender Trend für alle religiösen Minderheiten.

Goldschmidt warf den Befürwortern des Verbots Scheinheiligkeit vor. Der Anteil der Muslime in dem Land liege bei rund fünf Prozent. Die Zahl der Nikabträgerinnen werde auf rund 30 geschätzt. »Die Ironie dieses Volksentscheides zum Verhüllungsverbot ist, dass die knappe Mehrheit der Schweizer damit eigentlich auch gegen ein Tragen von Schutzmasken votiert hat, die sie vor der Corona-Pandemie schützen soll.«

Der Oberrabbiner sprach von einer langen Tradition der Schweiz, Migration durch Verbote religiöser Praktiken einzudämmen. »Das Schweizer Verbot des koscheren Schächtens im Jahr 1892 etwa sollte die jüdische Einwanderung aus Russland stoppen, die vor den dortigen Pogromen flüchtete. Das Minarett-Verbot von 2009 sollte eine muslimische Einwanderung abschrecken.«

Bei dem Volksentscheid stimmten am Sonntag laut dem vom SRF berichteten Endergebnis 51,2 Prozent für ein Verschleierungsverbot und 48,8 Prozent gegen die Volksinitiative »Ja zum Verhüllungsverbot«.

Die Initiative hatte ein grundsätzliches Verbot gefordert, das Gesicht im öffentlichen Raum zu verhüllen. Es geht insbesondere um die islamischen Verschleierungen Burka und Nikab, aber auch um Vermummungen zum Beispiel von Hooligans bei Fußballspielen und von Demonstranten. Erstmals werden Kleidervorschriften in der Schweizer Bundesverfassung festgeschrieben. kna

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Nahost

Iran greift US-Stützpunkt in Jordanien an – Washington reagiert mit Luftschlägen im Irak

Es ist der erste Raketenangriff des Iran auf einen US-Stützpunkt, seit Präsident Donald Trump die amerikanischen Angriffe auf iranische Ziele vor wenigen Tagen ausgesetzt hatte

 29.07.2026

Berlin

Klein: Sympathiebekundung für Terrororganisationen strafbar machen

Nach dem Anschlag durch einen IS-Anhänger fordert der scheidende Antisemitismusbeauftragte Gesetzesänderungen

 29.07.2026

Berlin

CSD-Anschlag: Innensenatorin und Polizei beantworten Fragen

Nach dem Angriff gibt es noch viele Unklarheiten. Der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses kommt daher zusammen. Außerdem rückt das Thema Prävention in den Fokus

 29.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Prien stellt mehr Geld gegen Radikalisierung in Aussicht

Nach dem CSD-Anschlag sagt die Familienministerin, queere Menschen seien in Teilen des Landes besonders unter Druck und könnte Solidarität erwarten

 29.07.2026

Judenhass

Antisemitismus auf Höchststand seit mehr als drei Jahrzehnten

Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland

 29.07.2026

Benjamin Netanjahu (l.) und Wolodymyr Selenskyj bei der Trauerfeier für Lindsay Graham am Dienstag in Washiongton, D.C.

Washington D.C.

Netanjahu und Selenskyj treffen sich erstmals seit fast drei Jahren persönlich

Die beiden Politiker wechselten einige Worte und begrüßten sich mit einem Handschlag, nachdem sie zuvor getrennt von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus empfangen worden waren

 29.07.2026

Washington D.C.

Ein Begräbnis und ein Gipfeltreffen

Israels Premier Netanjahu und Ukraine-Präsident Selenskyj waren offiziell angereist, um an der Beerdigung von US-Senator Lindsey Graham teilzunehmen. Doch das Begräbnis wird auch für ein geopolitisches Gipfeltreffen mit US-Präsident Trump genutzt

 29.07.2026

The OpenAI logo is displayed on a mobile phone screen in this photo illustration, as artificial intelligence tools continue to expand across consumer and business applications in Brussels, Belgium, on February 28, 2026. (Photo by Jonathan Raa/NurPhoto)

Meinung

KI: Wie die Welt einmal untergehen könnte

Der Kontrollverlust der Softwarefirma OpenAI über ihr neuestes Modell macht erneut die Notwendigkeit deutlich, KI-Technologie stärker zu regulieren. Dabei geht es um nicht weniger als die Zukunft der Menschheit

von Joshua Schultheis  28.07.2026