Westjordanland

»No other Land«-Macher Hamdan Ballal wieder frei

Die Regisseure Yuval Abraham, Hamdan Ballal, Rachel Szor und Basel Adra (v.l.) Foto: picture alliance/dpa

Hamdan Ballal, palästinensischer Co-Regisseur des Oscar-prämierten Dokumentarfilms »No other Land«, ist wieder frei. Das schrieb der israelische Co-Regisseur des Films, Yuval Abraham, am Dienstag auf der Internetplattform X. Ballal war am Montagabend in einem palästinensischen Dorf im südlichen Westjordanland festgenommen worden, nach Angaben israelischer Armeekreise stand er unter Verdacht, Steine auf Soldaten geworfen zu haben. Augenzeugen und Aktivisten sprachen dagegen von einem Angriff jüdischer Siedler.

Die Anwältin Ballals, die für ihren Einsatz für Palästinenser bekannte Israelin Lea Tsemel, erklärte in israelischen Medien, Ballal und zwei weitere Palästinenser seien bei dem Angriff schwer verletzt und von der israelischen Armee in einer Militärbasis festgehalten worden. Ballal gab demnach an, von Soldaten geschlagen worden zu sein.

Widersprüchliche Berichte

Der Zwischenfall ereignete sich laut israelischen Medienberichten in dem palästinensischen Dorf Susya im Süden der Westbank. Augenzeugen berichteten, Dutzende Siedler hätten das Dorf angegriffen und Steine auf Bewohner, Autos und Häuser geworfen. Die israelische Armee hingegen sprach von einem Angriff palästinensischer Terroristen auf israelische Zivilisten.

Lesen Sie auch

»No Other Land« zeigt die israelische Besatzungspolitik im Westjordanland aus der Perspektive der Menschen des palästinensischen Dorfes Masafar Yatta. Er wurde von palästinensischen und israelischen Aktivistinnen und Aktivisten gedreht, um auf die Situation in den von Israel seit 1967 besetzten Gebieten im Westjordanland aufmerksam zu machen. kna

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026

Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Vanessa Emde spricht Israel erneut das Existenzrecht ab

Die Linken-Abgeordnete ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen den Sondierern von Linken, Grüne und SPD. Jetzt legt sie nach

 16.10.2026

Deutsch-Israelische Gesellschaft

Volker Beck: »Die DIG muss jünger und weiblicher werden«

Auf der Hauptversammlung Mitte November steht die Neuwahl des Präsidiums an. Es stellt sich die Frage, ob der frühere Bundestagsabgeordnete der Grünen noch einmal antritt

 16.10.2026

Hintergrund

AfD-Anwalt vergleicht jüdische Studenten mit Hitlerjungen und sinniert über »Polizeiknüppel«

Der Berliner Anwalt Ulrich Vosgerau hat auf X mit einer Schimpftirade gegen jüdische Studenten auf sich aufmerksam gemacht. Anlass war ein Protest gegen den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider vor der Synagoge in Halle

von Michael Thaidigsmann  16.10.2026

Sachsen-Anhalt

Drohungen gegen jüdische Studenten nach Aktion vor Synagoge

Eine Menschenkette hinderte den AfD-Politiker Tillschneider an der Teilnahme an einer Gedenkfeier in Halle. Das hat Folgen für die Studierenden

 16.10.2026

Entscheidung

Bundesverfassungsgericht stoppt Reiche-Video über Kritik an Linken

Die Linke hat mit einer Klage gegen die Bundeswirtschaftsministerin zumindest vorläufig Erfolg gehabt: Katherina Reiche muss bis zu einer endgültigen Entscheidung einen Instagram-Post löschen, in dem sie der Partei Antisemitismus vorwirft

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026