Einspruch

Nichts als die Wahrheit

Nein, so was aber auch! Potztausend und Donnerwetter! Wer hätte das gedacht: Das Auswärtige Amt des Deutschen Reiches wurde in der Nazizeit – halten Sie sich fest, geneigter Leser – von richtigen, echten, bösen Nazis kontrolliert. Es kommt noch schlimmer: Diese Nazis im Auswärtigen Amt haben nicht nur vom Mord an den sechs Millionen Juden gewusst. Nein, sie haben auch noch munter beim Genozid mitgemacht. Nachdem sich herausgestellt hat, dass Otto Normalverbrecher als Mitglied der deutschen Wehrmacht womöglich doch diesen oder jenen Zivilisten umgelegt hat, wird jetzt auch noch der Heiligenschein über dem Haupte des deutschen diplomatischen Korps ausgeknipst. Wo soll das alles enden?

Respekt Ich will gewiss nicht die Leistung jener Historiker kleinreden, die nun en detail zeigen können, wie tiefbraun das Auswärtige Amt unter Adolf H. gewesen ist. Und dem ehemaligen Außenminister Joschka Fischer von den Grünen gebührt Respekt, dass er dafür gesorgt hat, den Gestank des Blutes und der Lüge an die Frischluft der Öffentlichkeit dringen zu lassen. Aber ich kann’s nicht ändern – bei dem gewaltigen Rauschen, das jetzt durch den deutschen Blätterwald geht, fühle ich mich an das beste Titelbild erinnert, dass die Satirezeitschrift Titanic je gemacht hat. »Schrecklicher Verdacht«, hieß es da in Riesenlettern unter einem Foto des Gröfaz: »War Hitler Antisemit?«

Wäre die Enthüllung über die Machenschaften des Auswärtigen Amtes vor fünfzig Jahren oder zur Zeit des »Historikerstreits« in den Achtzigern über die Bühne gegangen, hätte das ordentlich gefetzt. Der Skandal, dass die Verbrecher sich nach 1945 einen schönen Lenz gemacht haben, wäre ruchbar geworden, während die Herrschaften noch ihre Pensionen verzehrten. Die Redaktionen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Magazins Der Spiegel hätten mit der Veröffentlichung der historischen Dokumente echten Mut bewiesen.

Heute? Die Mörder haben sich längst ins Grab verkrümelt. Und die Wahrheit tut niemandem mehr weh.

Nahost

Israel weitet Angriffe im Iran aus, Raketenalarm in Jerusalem

In Jerusalem und Tel Aviv heulen am Morgen Sirenen, da weitere Raketenwellen aus dem Iran anfliegen. Die Lage im Überblick

 02.03.2026

Nahost

Hisbollah greift Israel an

Jerusalem reagiert mit Gegenangriffen, um sich zu schützen und um weitere Attacken zu unterbinden

 02.03.2026

Debatte

Völkerrecht und Iran-Krieg: Merz spricht von einem Dilemma

Es sei nicht der Moment, »unsere Partner zu belehren«, sagt der Kanzler zu den Angriffen der USA und Israels gegen den Iran. Verurteilungen und Sanktionen hätten gegen Teheran wenig ausgerichtet

 01.03.2026

Krieg

Schwere Explosionen erschüttern Teheran

Im Norden der iranischen Hauptstadt zittern die Wände, als schwere Explosionen zu hören sind. Ziel der neuen Angriffe sollen staatliche Einrichtungen sein

 01.03.2026

Krieg

Israels Militär: Führungsspitze der »Achse des Terrors« ausgeschaltet

Für das israelische Militär ist die Tötung des iranischen Staatsführers Chamenei ein wichtiger Erfolg - und Höhepunkt der gezielten gewaltsamen Beseitigung von Bedrohungen Israels

 01.03.2026

Jerusalem/Washington

Israels Generalstabschef Ejal Zamir: »Viele weitere Tage des Kampfes liegen vor uns«

Auch US-Präsident Trump gibt eine Schätzung ab, wie lange die Kämpfe weitergehen könnten

 01.03.2026

Iran

Trump: »Sie wollen reden, also werden wir reden«

Nach dem gemeinsamen Angriff der USA und Israel auf den Iran hat sich der amerikanische Präsident gesprächsbereit gezeigt

 01.03.2026

Iran

IDF: Chamenei war der Letzte auf der Terroranführer-Liste des 7. Oktober

Die israelische Armee hat bekannt gegeben, dass mit Chamenei der letzte der für die Massaker des 7. Oktober verantwortlichen Anführer eliminiert sei

 01.03.2026

Sicherheitslage

Merz sieht keine »sehr große Gefährdung« in Deutschland

Der Bundeskanzler versichert: »Wir werden antisemitische oder antiamerikanische Angriffe auf deutschem Boden nicht dulden«

 01.03.2026